Deutsche Telekom Wachstum nur im Ausland

Die Telekom hat trotz Schwindsucht auf dem deutschen Heimatmarkt ihr Ergebnis im zweiten Quartal verbessert. Besonders das US-Geschäft stützt den Konzern. Konzernchef Obermann bekräftigte das Gewinnziel für dieses Jahr. Gleichzeitig geht der Schwund der Festnetzkunden ungebremst weiter. Der Überschuss sackte ab.

Bonn - Die Deutsche Telekom kämpft weiter mit Schwächen in Deutschland und macht inzwischen mehr als die Hälfte des Geschäfts im Ausland. Der Inlandsumsatz fiel im zweiten Quartal um 6,3 Prozent auf 7,62 Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Dagegen legten die Auslandserlöse um 13,7 Prozent auf 7,95 Milliarden Euro zu.

Das internationale Geschäft verhalf dann auch zu einem Anstieg des Gewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) um 1,8 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Der Überschuss sackte dagegen um 40,3 Prozent auf 608 Millionen Euro ab. Die Telekom erklärt dies mit gestiegenen Abschreibungen und einem höheren Steueraufwand.

Der Gesamtumsatz kletterte von 15,13 Milliarden auf 15,58 Milliarden Euro. In den vergangenen Monaten hatte das Unternehmen den österreichischen Mobilfunkanbieter Telering gekauft und die Übernahme von Orange Niederlande vereinbart. Von der Finanznachrichtenagentur dpa-afx befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Ebitda von 4,69 Milliarden Euro und einem Umsatz von 15,57 Milliarden Euro gerechnet. Den Überschuss hatten sie bei 696 Millionen Euro gesehen.

Kundenschwund im Festnetzbereich geht weiter

Der Kundenschwund im einstigen Hauptgeschäft, den Festnetz- Telefonanschlüssen in Deutschland, geht unterdessen ungebremst weiter. Im ersten Halbjahr verlor die Telekom hier 1,1 Millionen der sogenannten Schmalbandanschlüsse, davon 516 000 im zweiten Quartal. Dafür gab es einen Schub im DSL-Geschäft mit 448.000 neuen Kunden allein im zweiten Quartal.

Im Mobilfunk gewann T-Mobile in Deutschland seit Jahresbeginn 428.000 neue Kunden und behauptete mit 34,2 Millionen Nutzern die Marktführerschaft. Der Umsatz sank allerdings angesichts der Preiskämpfe um 2,6 Prozent auf vier Milliarden Euro. Weltweit erhöhte T-Mobile die Kundenzahl um 2,56 Millionen auf 112 Millionen.

Gewinnprognose bestätigt

Telekom-Chef René Obermann bestätigte die Prognose für das laufende Geschäftsjahr, wonach das Ebitda auf 19 Milliarden Euro sinken soll. Der Umsatz soll leicht zulegen. Der Konzern hatte im Januar seine Erwartung für 2007 gesenkt und dies mit dem harten Wettbewerb in Deutschland begründet. Im abgelaufen Geschäftsjahr hatte die Telekom 61,3 Milliarden Euro umgesetzt und dabei ein Ebitda von 19,4 Milliarden Euro ausgewiesen.

Telekom-Chef René Obermann äußerte sich zufrieden über das laufende Sparprogramm, das in diesem Jahr zu Einsparungen von zwei Milliarden Euro führen soll. "Wir sind mit unseren Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Kostenkontrolle auf einem guten Weg", sagte er laut Mitteilung. Der Auftragseingang bei T-Systems, für die die Telekom einen Partner sucht, entwickelte sich stabil.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und dpa

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