EnBW-Zahlen Claassens letzter Streich

Der scheidende Unternehmenslenker Utz Claassen präsentiert ein letztes Mal die Zahlen des Energiekonzerns EnBW - und konnte noch einmal punkten. Umsatz und Gewinn wurden gesteigert.

Karlsruhe - Der drittgrößte deutsche Energieversorger Energie Baden-Württemberg (EnBW)  hat im ersten Halbjahr dieses Jahres Umsatz und Gewinn gesteigert. Für die zweite Jahreshälfte erwartet der scheidende Konzernchef Utz Claassen wegen der bevorstehenden Steuerreform einen Sonderertrag von 400 Millionen Euro.

"Wir haben das vierte Rekord-Halbjahr in Folge erzielt", sagte Claassen am Mittwoch in Karlsruhe. Der Umsatz sei in den Monaten Januar bis Juni um 14,9 Prozent auf 7,38 Milliarden Euro gestiegen. Das Ergebnis konnte mit diesem Tempo allerdings nur zum Teil mithalten. Vor Steuern verdiente EnBW mit 986,7 Millionen Euro lediglich 3,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der Überschuss kletterte hingegen um rund ein Viertel auf 740,2 Millionen Euro.

Damit bleibt der Energiekonzern in seiner Halbjahresbilanz 2007 mit steigendem Umsatz und wachsendem Überschuss auf Rekordniveau. Der im September ausscheidende Claassen sprach von einem "historischen Ergebnis".

Claassen, der seinen Vertrag zum Oktober vorzeitig verlässt, dürfte damit seinen Ruf als harter Sanierer gefestigt haben. Denn beim Einstand des ehemaligen Unternehmensberaters und Managers an der Spitze des Energieriesen stand der Konzern noch tief in der Verlustzone. Claassen gelang der keineswegs unumstrittene Sprung in Richtung Gewinn. Er strich bald nach seinem Amtsantritt im Mai 2003 rund 2100 Jobs bei dem Karlsruher Stromkonzern, verpasste den Beschäftigten im Kernbereich Energie eine 4,5-Tage-Woche ohne Lohnausgleich und verkaufte eine Reihe von Unternehmensbeteiligungen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters