MLP-Zahlen Erwartungen verfehlt

Das Finanzhaus MLP hat seine Quartalszahlen vorgelegt und die daran geknüpften Hoffnungen verfehlt. Die Aktie zeigt sich dennoch stabil. Unter anderem, weil der Gesamtausblick bestätigt wurde.

Wiesloch - Der Finanz- und Versicherungsmakler MLP  hat auch im zweiten Quartal unter einem schwachen Geschäft mit Altersvorsorgeprodukten gelitten und die Erwartungen des Finanzmarkts damit klar verfehlt.

MLP teilte am Mittwoch in Wiesloch bei Heidelberg mit, die Maklererträge seien in den Monaten von April bis Juni um drei Prozent auf 88,7 Millionen Euro gesunken. Für Wachstum bei den Provisionseinnahmen sorgte allein das kleine Bankgeschäft.

Für den Rückgang im Maklergeschäft war vor allem ein deutlicher Einbruch beim Geschäft mit Krankenversicherungen verantwortlich. Die Erträge gingen von 15,9 Millionen Euro im zweiten Quartal 2006 auf 9,1 Millionen Euro um mehr als 40 Prozent zurück. Grund sei die Umsetzung der Gesundheitsreform. Dieser Einbruch sei durch das Geschäft mit Altersvorsorgeprodukten, das sich sehr erfreulich entwickelt habe, aber annähernd ausgeglichen worden. Hier legten die Erträge um sieben Prozent auf 69,3 Millionen Euro zu.

Auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieb trotz eines Zuwachses um 28 Prozent auf 15,6 Millionen Euro im Quartal hinter den Erwartungen zurück. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Zuwachs der Maklererträge auf 97,2 Millionen Euro und einem Anstieg des Ergebnis vor Steuern und Zinsen um 32 Prozent auf 15,7 Millionen Euro gerechnet.

Weniger verdient

Unter dem Strich verdiente MLP 9,6 Millionen Euro, 21 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Analysten hatten hier mit 9,8 Millionen Euro gerechnet. Als Grund für den deutlichen Rückgang verwies MLP auf eine markant höhere Steuerquote. Das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit (EBIT) wuchs von 12,2 auf 15,6 Millionen Euro und lag damit über den Erwartungen von 15,2 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr bekräftigte MLP sein Ziel, das EBIT in den fortgeführten Geschäftsbereichen um 30 Prozent auf 110 Millionen Euro zu erhöhen.

Die Beraterzahl wuchs im abgelaufenen Quartal ohne Großbritannien und Spanien um 31 auf 2.549. MLP hatte Anfang Juli seinen Rückzug aus beiden Märkten angekündigt. Im ersten Quartal war die Beraterzahl einschließlich beider Länder um 50 gesunken. MLP hatte dies vor allem mit der Neuregelung der Einstiegsvergütung im April begründet und einen deutlichen Zuwachs ab April angekündigt. Für das Gesamtjahr bekräftigte MLP sein Ziel, die Beraterzahl auf 2.750 zu erhöhen. Die Entwicklung der Beraterzahl gilt Branchenbeobachtern als Indikator für mögliches künftiges Wachstum bei Finanzdienstleistern.

Die Aktien von MLP haben am Mittwoch dennoch 3,18 Prozent auf 12,65 Euro gewonnen. Das EBIT sowie der Überschuss sind nach Einschätzung der Commerzbank aber wie erwartet ausgefallen. Der bekräftigte Gesamtjahresausblick sei kursstützend, hieß es am Markt.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters