Erhebung Aktienkauf hui, Fondskauf pfui

Man investiert wieder direkt in Aktien in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Aktieninstitut in einer aktuellen Erhebung. Unter dem Strich allerdings scheint den Deutschen die Aktie weiterhin suspekt zu sein - denn die Zahl der Aktienfondseigner geht weiter zurück.

Frankfurt am Main - Die Deutschen kaufen wieder mehr Aktien. Zumindest direkt. In den ersten sechs Monaten des Jahres ist die Zahl der Aktionäre in Deutschland gegenüber dem zweiten Halbjahr 2006 um 214.000 gestiegen, wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte. Laut einer repräsentativen Umfrage besaßen im ersten Halbjahr 2007 rund 4,3 Millionen Deutsche Aktien. Das seien 6,7 Prozent der Bevölkerung über 14 Jahren.

Die Zahl der Besitzer von Aktienfondsanteilen allerdings sank laut DAI gegenüber dem zweiten Halbjahr 2006 hingegen um 515.000 auf 8 Millionen. Insgesamt besaßen laut Umfrage 10,5 Millionen Anleger im ersten Halbjahr Aktien oder Anteile an Aktienfonds.

"Die Zunahme der Aktionärszahlen zeigt, dass die Kursentwicklung im ersten Halbjahr das Interesse an der Aktie deutlich geweckt hat", sagte DAI-Leiter Rüdiger von Rosen. Angesichts des Rückgangs der Fondsanleger sei die Aktienakzeptanz in Deutschland aber nach wie vor nicht zufriedenstellend.

Viele Anleger würden eher an Gewinnmitnahmen denken als an ein langfristiges Aktienengagement, sagte von Rosen. Zur Zurückhaltung gegenüber der Aktienanlage habe auch die Steuerreform und die darin eingeführte Abgeltungssteuer beigetragen. Wer Einkünfte aus Zinsen und Kursgewinnen hat, muss diese ab 2009 mit 25 Prozent versteuern.

Nachteilig ist die neue Steuer für Anleger mit Aktien und Fondsanteilen, die ihre Kursgewinne - wenn sie die Papiere mindestens ein Jahr besitzen - bislang nicht versteuern müssen. Von Rosen kritisierte die "massive Mehrbelastung" für Aktienbesitzer und forderte eine Nachbesserung mit Blick auf langfristige Aktienanlagen.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa

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