Hypothekenkrise American Home ist pleite

Die Märkte hatten es schon kommen sehen, nun ist es offiziell: Der US-Hypothekenfinanzierer American Home ist insolvent. Das unter den Folgen der Immobilienblase leidende Unternehmen stellte Antrag auf Gläubigerschutz.

Melville/New York - Der unter der Krise am US-Immobilienmarkt leidende Hypothekenfinanzierer American Home Mortgage Investment ist pleite. Das Unternehmen mit Sitz in Melville im Bundesstaat New York stellte am Montag bei einem Gericht in Delaware einen Antrag auf Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechts. Erst am Freitag hatte American Home den größten Teil seines Geschäfts eingestellt und 90 Prozent seiner zuletzt rund 7400 Mitarbeiter entlassen.

In der vergangenen Woche hatte der zehntgrößte Hypothekenfinanzierer der USA bekanntgegeben, dass viele Gläubiger ihr Geld zurückgefordert hätten. Die Firma sei außerstande, die rund 800 Millionen Dollar (584 Millionen Euro) zu zahlen, die sie als Hypothekenkredite an Hauskäufer versprochen hatte.

Das Unternehmen fror die geplante Zahlung einer Dividende von 70 Cent je Aktie ein. Daraufhin brach der Aktienkurs ein. Ende 2006 war ein Anteil noch 35 Dollar wert. Am vergangenen Freitag waren es nur noch 69 Cent. Im vorbörslichen Handel am Montag fiel der Kurs um weitere 28,1 Prozent auf 50 Cent.

Fast die gesamte Wall Street gehört zu den Gläubigern von American Home. Die drei größten Gläubiger sind Deutsche Bank , Wilmington Trust  und J.P. Morgan Chase & Co. . Die Firma hat die Anwaltskanzlei Young Conaway Stargatt & Taylor als Insolvenzberater engagiert. Stephen Cooper wurde als Restrukturierer eingestellt. Diesen Job hatte er schon beim Energiekonzern Enron nach dessen Buchungsskandal.

Die Lage bei American Home hat die Sorgen über eine Ausweitung der Krise am US-Markt mit Hypothekenkrediten an Schuldner mit geringer Bonität verstärkt und die Börsen weltweit belastet. Nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechts kann sich ein Unternehmen ohne direkten Zugriff der Gläubiger grundlegend sanieren, um danach als umgebauter Konzern einen Neustart zu versuchen.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap