Dresdner Bank Rekordgewinn trotz US-Krise

Während die US-Immobilienkrise die Finanzwelt in Atem hält, vermeldet die Dresdner Bank einen Rekordgewinn. Die konservative Risikostrategie sei aufgegangen. Auch für das deutsche Finanzsystem zeigt Vorstandschef Herbert Walter sich optimistisch - er rechnet nicht mit einem Einbruch.

Frankfurt am Main - Die Dresdner Bank hat trotz der US-Immobilienkrise im ersten Halbjahr erstmals mehr als eine Milliarde Euro Gewinn gemacht. Das teilte die Allianz-Tochter am Montag in Frankfurt mit.

Das operative Ergebnis der Allianz-Tochter legte in den ersten sechs Monaten 2007 um gut 33 Prozent auf 1,097 Milliarden Euro zu und übersprang damit ebenfalls zum ersten Mal die Milliardenmarke. Die Zahl der Mitarbeiter sank indes gegenüber dem Vorjahreshalbjahr um 880 auf 26.745.

Der Gewinn nach Steuern stieg um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau auf 1,05 Milliarden Euro.

Auch nach Steuern blieb ein Milliardengewinn übrig (1,084 Milliarden Euro). Das ist ein Plus von 24 Prozent gegenüber Daher ist Vorstandschef Herbert Walter für das Gesamtjahr optimistisch und will die Bank noch rentabler machen.

Walter glaubt nicht an Einbruch der Finanzmärkte

Nach der US-Immobilienkrise rechnet Walter nicht mit einem Einbruch der Finanzmärkte. "Der verunsicherten Geldwirtschaft steht eine robuste Realwirtschaft gegenüber", sagte der Dresdner-Bank-Chef in Frankfurt. Die US-Wirtschaft werde noch einige Zeit leiden, zeige sich aber im Ganzen widerstandsfähig.

In Deutschland laufe die Konjunktur trotz der Unsicherheiten an den Finanzmärkten gut. "Wir gehen weiterhin von einem robusten Wachstum aus." Obwohl viele Experten eine Normalisierung des überhitzten US-Marktes erwartet hätten, habe das Tempo des Umschwungs überrascht. Grund dafür sei die geringe Transparenz an den Märkten. "Die Marktteilnehmer wissen zu wenig darüber, wie die Risiken weltweit gestreut sind", kritisierte Walter.

Die Allianz-Tochter Dresdner habe schon seit mehr als einem Jahr auf diese Risiken hingewiesen und im ersten Halbjahr auf der Kredit- und Handelsseite eine konservative Risikostrategie gefahren. "Dafür haben wir als Preis ein geringeres Handelsergebnis hingenommen", sagte der Vorstandschef. In dieser Strategie sehe sich die Bank bestätigt. "Wir werden weiterhin alles tun, um nicht heute Umsätze und Erträge zu machen, die morgen zu Verlusten führen."

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa