Kreditkrise HRE und Depfa unter Druck

Die Aktien von Hypo Real Estate und ihres Übernahmeziels Depfa Bank sind am Freitag unter Druck geraten. Anleger fürchten, dass die Krise am US-Hypothekenmarkt sich auch in den Büchern der Depfa niederschlagen könnte. Beide Unternehmen dementieren.

Frankfurt am Main- Aktien von Hypo Real Estate (HRE)  brachen zeitweise um über sieben Prozent ein, erholten sich dann aber ein wenig. Die HRE teilte mit, keine negativen Auswirkungen von der Krise an den US-Kreditmärkten zu erwarten, und bestätigte seine Jahresprognose. Die Hypo Real Estate will die Depfa  für rund 5,5 Milliarden Euro übernehmen.

Auch die Depfa-Bank erklärte, sie sei nicht im Markt für US-Ramschhypotheken (Subprime) engagiert. "Wir haben kein Exposure am US-Subprime Markt. Von daher gibt es aus diesem Bereich auch keine Risiken", unterstrich ein Sprecher der Bank auf Nachfrage von manager-magazin.de.

Die Depfa-Titel gerieten dennoch unter Druck. Man sei am Markt trotz des Dementis weiter nervös, sagte ein Börsianer. "Die Ereignisse um die IKB haben gezeigt, was von den Statements der Banken zu halten ist", kommentierte ein Händler. Es sei nach wie vor nicht auszuschließen, dass die Investmenthäuser von den aktuellen Entwicklungen in den USA schlicht überrollt würden.

Das Geschäft mit Hypothekenkrediten an Schuldner mittelmäßiger und schlechter Bonität (Subprime) in den USA beunruhigt derzeit die Finanzmärkte weltweit. In Deutschland erreichte die Krise Anfang der Woche die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB: Sie musste auf Grund ihres Engagements am US-Subprime-Markt unter anderem eine Gewinnwarnung aussprechen.

Die staatliche Förderbank KfW startete zusammen mit dem gesamten Bankensektor eine milliardenschwere Rettungsaktion, um mögliche Auswirkungen aus der IKB-Krise auf den Finanzsektor insgesamt zu verhindern.

manager-magazin.de mit dpa, ddp und reuters