Allianz Rund und gesund

Die Allianz hat mit positiven Geschäftszahlen für das zweite Quartal überrascht. Betriebsgewinn und Umsatz lagen über den Erwartungen. Nicht einmal die Komplettübernahme von AGF konnte der Eigenkapitalbasis des Versicherers viel anhaben. Allianz-Chef Michael Diekmann wagte eine Prognose für 2007.

München - Europas größter Versicherer Allianz  ist nach einem starken ersten Halbjahr auf Rekordkurs und hat erstmals eine Gewinnprognose für 2007 abgegeben. "Wir erwarten in diesem Jahr einen Überschuss von rund acht Milliarden Euro", sagte Vorstandschef Michael Diekmann am Freitag.

Schon 2006 hatten die Münchner mit sieben Milliarden Euro eine Rekordmarke gesetzt und so viel verdient wie kein anderes deutsches Unternehmen.

Der operative Gewinn sei um 18 Prozent auf 3,288 Milliarden Euro geklettert, teilte das im Dax  notierte Unternehmen am Freitag in München mit. Bis Juni summiert sich der Nettogewinn bereits auf über 5,3 Milliarden Euro.

Im zweiten Quartal verzeichnete die Allianz allerdings einen Gewinnrückgang um sechs Prozent auf 2,14 Milliarden Euro. Dies liegt vor allem an geringeren Erlösen aus Anteilsverkäufen.

Gewinnrückgang im zweiten Quartal

Hauptgrund für den Rückgang war ein schlechteres Ergebnis im wichtigsten Konzernbereich, der Schaden/Unfallversicherung. Hier fiel der Überschuss im zweiten Quartal um zwölf Prozent auf 1,38 Milliarden Euro. Die so genannte Schaden/Kosten-Quote stieg um einen Punkt auf 92,9 Prozent.

Verantwortlich dafür machte die Allianz die starken Regenfälle in England. Bis zu einer Quote von 100 Prozent sind die Schadenszahlungen und Verwaltungskosten aus Prämieneinnahmen gedeckt.

LV brummt, Dresdner Bank verdoppelt Gewinn

In den restlichen Divisionen verzeichnete der Konzern deutliche Zuwächse. So stieg der Überschuss in der Lebens- und Krankenversicherung um fast die Hälfte auf 479 Millionen Euro.

Der operative Gewinn der Tochter Dresdner Bank stieg im zweiten Quartal um 80 Prozent auf 427 Millionen Euro. Die Dresdner Bank konnte ihren Überschuss mehr als verdoppeln - zu Buche standen 395 Millionen Euro.

Auch im vierten Standbein des Konzerns - der Vermögensverwaltung - erzielte die Allianz ein Plus von fast 50 Prozent auf 134 Millionen Euro. Das verwaltete Vermögen für Dritte stieg in den ersten sechs Monaten des Jahres um 3 Prozent auf 789 Milliarden Euro.

Buchgewinn durch Verkauf von Hana Financial

Begünstigt wurde das Ergebnis auch durch den Verkauf der knapp fünfprozentigen Beteiligung an dem südkoreanischen Versicherer Hana Financial. Der Großteil des Buchgewinns sei im zweiten Quartal verbucht worden, sagte eine Sprecherin. Genaue Zahlen nannte sie zunächst nicht. Analysten schätzen den Buchgewinn auf insgesamt rund 300 Millionen Euro.

Im frühen Handel stiegen die Aktien der Allianz  um knapp zwei Prozent. NordLB-Analyst Steffen Haack sagte, die Prognose für das Gesamtjahr sei höher als erwartet ausgefallen. Branchenkenner hätten nur mit 7,5 Milliarden Euro gerechnet.

"Alles bis auf den Umsatz, der genau wie erwartet ausgefallen ist, hat die Schätzungen deutlich übertroffen" sagte ein Händler am Freitagmorgen. Zudem sei der Ausblick auf das Gesamtjahr bestätigt worden. "Insgesamt sollten die Ergebnisse die Titel stützen."

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters