Kreditverbriefung Union Investment schließt ABS-Fonds

Die Turbulenzen am US-Hypothekenmarkt ziehen weitere Kreise. Die Fondsgesellschaft Union Investment hat mit einem drastischen Schritt auf die Liquiditätskrise am Markt für Kreditverbriefungen reagiert. Der Fonds ABS-Invest wurde geschlossen, erklärte ein Sprecher.

Frankfurt am Main - Bereits seit dem 23. Juli nimmt die zum Verbund der Volks- und Raiffeisenbanken gehörende Gesellschaft keine Anteile mehr an dem eine Milliarde Euro schweren Fonds  zurück, erklärte am Donnerstagabend ein Sprecher von Union Investment auf Anfrage von manager-magazin.de. Betroffen seien etwa 200 institutionelle Investoren. "Privatanlegern ist der Fonds definitiv nicht zugänglich", betonte der Sprecher.

Ausgelöst durch die Turbulenzen am US-amerikanischen Hypothekenmarkt hätten besorgte Anleger im Monat Juli Fondsanteile von rund 100 Millionen Euro zurückgegeben, sagte der Union-Sprecher und bestätigte damit einen Bericht der Online-Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Donnerstag. Dies seien die höchsten Abflüsse seit Auflage des Fonds vor sechs Jahren gewesen.

Große Investmentbanken als wichtigste Handelspartner hätten seit geraumer Zeit keine Kurse mehr für die Fondsanteile gestellt. "Weitere Rückgabewünsche konnten wir wegen der vorhandenen Liquidität nicht erfüllen und haben uns zum Schutze der restlichen Anleger entschlossen, den Fonds zu schließen", erläuterte der Sprecher weiter. Andernfalls hätte Union Investment Positionen aus dem Portfolio zu Preisen verkaufen müssen, "die wir nicht für akzeptabel halten". Solche Zwangsverkäufe hätten die Krise nur verschärft.

"Markt hat Schwierigkeiten, die Ereignisse zu verdauen"

Die meisten Anleger hätten auf die Entscheidung der drittgrößten deutschen Fondsgesellschaft "grundsätzlich positiv" reagiert. Wann der Fonds ABS-Invest wieder geöffnet wird, konnte der Sprecher nicht sagen.

Nach Angaben der Investmentgesellschaft besteht das Fondsportfolio ganz überwiegend aus forderungsbesicherten Wertpapieren (Asset Backed Securities, ABS), die zum absolut überwiegenden Teil auf Krediten US-amerikanischer Unternehmen basieren. Verbriefungen bonitätsschwacher US-Hypothekenanleihen (Suprime Mortgages) machten lediglich 6 Prozent aus.

Und fundamental habe sich weder an der Bonität dieser Unternehmen etwas geändert noch an der Transparenz der Produkte. Wegen der Entwicklung im Subprime-Segment seien die Anleger allerdings auch im ABS-Bereich nervös geworden. "Der Markt hat Schwierigkeiten, die jüngsten Ereignisse zu verdauen", verdeutlichte der Sprecher die angespannte Situation.

Union Investment erwartet indes nicht, dass Anleger jetzt verstärkt ihre Anteile auch aus anderen Fonds der Gesellschaft abziehen würden. Eine "Ansteckungsgefahr" bestehe nicht. Die im ABS-Invest enthaltenen Titel seien in keinem anderen Portfolio der Union Investment zu finden, versicherte der Sprecher.