Henkel Prognose erhöht, Aktie bricht ein

Der Konsumgüterhersteller Henkel hat seine Umsatz- und Gewinnprognose für 2007 angehoben. Der Gewinn bleibt jedoch hinter den Erwartungen zurück: Die Aktie bricht ein.

Düsseldorf - Henkel erwarte ein organisches Umsatzwachstum von vier bis fünf Prozent, teilte der Düsseldorfer Konzern am Mittwoch mit. Bislang hatte Henkel - bereinigt um Zukäufe - mit einem Wachstum der Erlöse von drei bis vier Prozent gerechnet. Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie Ergebnis je Aktie sollen oberhalb des nun erwarteten Umsatzzuwachses steigen. Die Aktie von Henkel  gab im frühen Handel zeitweise um mehr als 7 Prozent nach.

Henkel hatte bereits im ersten Quartal kräftig zulegen können, in dem Jubiläumsaktionen für die Kernmarke Persil das Wachsmittelgeschäft brummen und der milde Winter die Verkäufe von Klebstoffen, die vielfach im Bausektor eingesetzt werden, steigen ließ.

Im zweiten Quartal steigerte der Hersteller von Marken wie Pritt, Pattex oder Fa den Umsatz zum Vorjahr um 1,9 Prozent auf 3,293 Milliarden Euro.

Operativer Gewinn gesunken

Der operative Gewinn (Ebit) sank im Zeitraum April bis Juni allerdings um 5,5 Prozent auf 339 (Vorjahr: 359) Millionen Euro. Bereinigt um Sondereffekte lag das Ebit Henkel zufolge bei 345 Millionen Euro. Im Vorjahr hatten unter anderem Veräußerungsgewinne das Ebit in die Höhe schnellen lassen.

Der Überschuss nach Minderheitsanteilen schrumpfte um 3,7 Prozent auf 234 Millionen Euro. Der Konzern verfehlte damit beim Gewinn die Erwartungen der von Reuters befragten Analysten, die bei einem Umsatz von 3,322 Milliarden Euro ein Ebit von 351 Millionen Euro geschätzt hatten.

Starker Euro belastet

Zu schaffen machte Henkel der starke Euro. Der Umsatz in der Region Nordamerika, in der sich Henkel durch den milliardenschweren US-Zukauf Dial verstärkt hatte, schrumpfte um 7,7 Prozent. In Europa, wo der Markenartikler lange unter der Konkurrenz von Billigprodukten litt, legten die Erlöse dagegen um 4,3 Prozent zu. Das Geschäft mit Industrieprodukten und Klebstoffen für die Industrie steigerte den Umsatz ebenfalls.

Henkel will die Sparte mit Teilen des milliardenschweren Klebstoffgeschäfts der ICI-Tochter National Starch stärken und hat sich dazu mit dem niederländischen Chemiekonzern Akzo Nobel verbündet, der ICI übernehmen will.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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