Gewinnanstieg Conti macht Tempo

Auf dem Weg in die Weltspitze hat der Autozulieferer Continental Umsatz und Ergebnis im zweiten Quartal deutlich gesteigert. Nach Worten von Vorstandschef Manfred Wennemer soll sich dieser Trend fortsetzen.

Hannover - Continental  bleibt auf der Erfolgsspur. Auch im zweiten Quartal steigerte der Konzern, der mit dem Kauf der Siemens-Tochter VDO unter die fünf größten Autozulieferer der Welt aufrückt, Umsatz und Gewinn deutlich. Conti habe eine solide Basis für ein weiteres Spitzenjahr gelegt und sei für die Integration der elf Milliarden Euro teuren VDO bestens gerüstet, erklärte Vorstandschef Manfred Wennemer am Mittwoch in Hannover.

Wennemer bekräftigte, Conti werde 2007 bei Umsatz und operativem Ergebnis die Vorjahreswerte übertreffen. Die Anleger überzeugte das nicht. Mit einem Minus von gut 2 Prozent gehörten Conti-Aktien zu den größten Verlierern in einem allerdings schwachen Gesamtmarkt.

Gewinn steigt um ein Viertel

In den Monaten April bis Juni steigerte der Autozulieferer und Reifenhersteller seinen Betriebsgewinn (Ebit) um mehr als ein Viertel auf 475 Millionen Euro. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen von Branchenexperten. Der Umsatz legte um 11 Prozent auf vier Milliarden Euro zu.

Künftiger Ergebnisbeitrag von VDO bleibt offen

Im dritten Quartal werde die Autokonjunktur stark bleiben, sagte Finanzvorstand Alan Hippe im Reuters-Interview. "Es gibt einen guten Trend in Europa - und davon werden wir sicherlich weiterhin profitieren." Die anhaltend hohen Rohstoffpreise würden das Ergebnis wohl nicht zusätzlich belasten.

Weitere Gewinnsteigerungen erhofft sich Conti von der VDO-Übernahme. Präzise Aussagen zum Ergebnisbeitrag will der Konzern aber erst im vierten Quartal wagen. Zunächst sei die Integration von VDO eine große Anstrengung, sagte Hippe. Dass 7000 VDO-Stellen bedroht sind - wie von der IG Metall behauptet - wollte er nicht bestätigen. "Ich denke, dass es Adjustierungen geben wird", sagte er. Welche VDO-Standorte in welchem Ausmaß betroffen sein werden, könne Conti erst in rund drei Monaten sagen.

Chancen auf Gewinn mit Pkw-Reifengeschäft in den USA

Mit der derzeit noch ertragschwächeren VDO stärkt Continental  seine Sparte Automotive Systems, die unter anderem elektronische Brems- und Stabilisierungsprogramme (ABS und ESP) fertigt. Mit einem Umsatzwachstum um rund ein Fünftel auf 1,7 Milliarden Euro erwies sich das Segment als Wachstumstreiber im Quartal. Mit Pkw-Reifen erzielte Conti einen Umsatz von 1,24 Milliarden Euro - ein Plus von 8 Prozent. In der kleinen Sparte ContiTech, die Schläuche und Transportbänder herstellt, stieg der Umsatz um ein Zehntel auf 780 Millionen Euro.

Im seit langem defizitären Pkw-Reifengeschäft in Nordamerika könnte es Hippe zufolge in diesem Jahr schwarze Zahlen geben. Dazu bestehe eine "gewisse Chance", sagte er. "Wir laufen in die Richtung und haben uns substanziell verbessert."

manager-magazin.de mit Material von reuters

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