BMW "Wir leiden stärker als erwartet"

Der Autobauer BMW hat im zweiten Quartal bei höheren Umsätzen weniger Gewinn eingefahren. Vor allem Währungsverluste auf Grund des starken Euro belasten das Ergebnis. Analysten sind enttäuscht.

München - Der erfolgsverwöhnte Autobauer BMW  hat im zweiten Quartal einen unerwartet starken Gewinnrückgang verbucht. Der Überschuss sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,3 Prozent auf 753 Millionen Euro, wie der Konzern am Mittwoch in München berichtete.

Das Ergebnis vor Steuern ging sogar um 13,6 Prozent auf 1,065 Milliarden Euro zurück. Der starke Euro sowie gestiegene Rohstoffkosten hätten das Ergebnis belastet. Außerdem seien die Aufwendungen für neue Modelle und die Entwicklung sparsamerer Antriebe hoch ausgefallen. Für das Gesamtjahr hielt BMW aber an seiner Prognose fest.

"Wir leiden stärker als erwartet unter Währungseffekten", sagte Finanzvorstand Stefan Krause. Die Belastungen aus der Schwäche von Dollar und Yen seien aber nicht größer als im vergangenen Jahr. 2006 hatten Währungseffekte mit 666 Millionen Euro zu Buche geschlagen. Die Verteuerung von Stahl, Kupfer und Edelmetallen kostete BMW damals 178 Millionen Euro; mit diesem Niveau rechnet Krause auch für 2007.

Mit den Quartalsergebnissen lag der Konzern unter den Schätzungen der Analysten, die im Schnitt mit einem Ergebnis vor Steuern von 1,131 Milliarden Euro und einem Überschuss von 766 Millionen Euro gerechnet hatten. Beim Umsatz legte der Konzern um 11,3 Prozent auf 14,683 Milliarden Euro zu und übertraf die Expertenerwartungen von 14,137 Milliarden Euro.

Absatz klettert auf Bestmarke

Der Absatz kletterte um 8,6 Prozent auf die neue Bestmarke von 397.009 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. Für das Gesamtjahr bekräftigte BMW-Chef Norbert Reithofer die Prognose, wonach das Vorsteuerergebnis über dem bereinigten Spitzenwert des Vorjahres von rund 3,75 Milliarden Euro liegen soll. Allerdings geht BMW  jetzt davon aus, dass die Währungsbelastungen höher ausfallen werden.

Wie Reithofer weiter sagte, wird der Absatz im Gesamtjahr 2007 auf über 1,4 Millionen Fahrzeuge zulegen. Alle drei Marken sollen Rekordabsätze erzielen. In der Kernsparte Automobile legte von April bis Juni der Umsatz um 10,2 Prozent auf 14,257 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis vor Steuern ging aber um 15,4 Prozent auf 801 Millionen Euro zurück, deutlich stärker als erwartet.

An der Börse war BMW  am Nachmittag der größte Verlierer im Dax . Das Papier gab zeitweise mehr als 5 Prozent nach. Analysten der NordLB nannten die Zahlen enttäuschend. Das Gewinnziel sei "nicht sonderlich ambitioniert". Reithofer müsse im Zuge des Strategieprozesses Restrukturierungspläne angehen, um das Ergebnisniveau zu verbessern, hieß es in der Analyse. Wie sich BMW strategisch neu positionieren soll, will der Vorstandschef aber erst im Herbst verraten. Dann will er sich auch zu neuen Modellen äußern. Unter Reithofer überprüft der Konzern erstmals seit 2001 seine Strategie.

manager-magazin.de mit dpa und reuters

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