Sonderdividende Anleger verklagen Altana

Die höchste Dividende dieses Jahres beschäftigt nun Richter. Altana-Kleinaktionäre monieren, dass der Ertrag aus dem Verkauf der Pharmasparte besonders einer Anteilseignerin zugute kam: Großaktionärin Susanne Klatten, die von der Aufspaltung des früheren Dax-Konzerns besonders steuergünstig profitierte.

Frankfurt am Main/Wesel - Das Landgericht Frankfurt am Main verhandelt Anfang Oktober über die umstrittene Gewinnauszahlungspraxis des Spezialchemiekonzerns Altana . Das Weseler Unternehmen bestätigte am Freitag den Eingang einer Klage. Sie richtet sich gegen den Beschluss der Hauptversammlung zur Verwendung des Bilanzgewinns 2006.

Altana hatte sein Arzneigeschäft für 4,7 Milliarden Euro an die von Finanzinvestoren kontrollierte dänische Pharmafirma Nycomed verkauft und den Erlös nach Beschluss der Hauptversammlung vom 3. Mai 2006 fast komplett ausgeschüttet. Die Hälfte ging an die Großaktionärin Susanne Klatten aus der Industriellenfamilie Quandt. Klatten konnte die Milliardeneinnahmen über eine Holding fast steuerfrei verbuchen - während Kleinanleger sie nach dem Halbeinkünfteverfahren zu versteuern haben. Bei den Hauptversammlungen im Dezember und Mai hatten Aktionäre moniert, der Verkauf sei auf Klattens Bedürfnisse zugeschnitten.

Für die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) sind die Erfolgsaussichten der Klage nur schwer einzuschätzen. Die SdK habe seinerzeit zwar den Dividendenbeschluss kritisiert, ihn jedoch mangels Alternativen letztendlich gebilligt, sagte die Sprecherin weiter.

Ein Altana-Sprecher erklärte, dass die Klage keinerlei Auswirkung auf das operative Geschäft des Unternehmens habe. Zu möglichen Erfolgsaussichten der Klage äußerte sich der Sprecher nicht.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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