Halbjahreszahlen VW übertrifft Prognosen

Der Volkswagen-Konzern hat seinen Rekordabsatz im ersten Halbjahr in kräftige Gewinne umgesetzt. Das für 2008 angepeilte Ziel, vor Steuern mehr als fünf Milliarden Euro zu verdienen, soll nun schon in diesem Jahr erreicht werden. Die Börse honoriert den Geschäftserfolg.

Wolfsburg - Der Autobauer Volkswagen  hat nach einem besser als erwartet ausgefallenen ersten Halbjahr seine Gewinnziele angehoben. Man gehe davon aus, bereits im laufenden Jahr einen Vorsteuergewinn von mindestens 5,1 Milliarden Euro zu erreichen, teilte das Unternehmen am Freitag in Wolfsburg mit. "Damit kann das bisher für das Jahr 2008 angestrebte Ziel bereits ein Jahr früher realisiert werden." Auch beim operativen Gewinn zeigte sich das Unternehmen optimistischer als bisher. Er werde "deutlich" über dem operativen Ergebnis vor Sonderposten des Vorjahres liegen, hieß es. Bisher war nur eine Verbesserung angestrebt.

Im zweiten Quartal stieg der operative Gewinn auf 1,735 Milliarden Euro und lag damit 37 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums vor Sondereinflüssen. Von der Finanznachrichtenagentur dpa-afx befragte Analysten hatten nur mit 1,412 Milliarden gerechnet. Der Umsatz stieg um 6,2 Prozent auf 28,212 Milliarden Euro und lag damit ebenfalls über den von den Analysten erwarteten 27,969 Milliarden Euro. Nach Sonderposten hatte der operative Gewinn im Vorjahreszeitraum nur bei 358 Millionen Euro gelegen, da er damals durch erhebliche Aufwendungen für die Sanierung des Konzerns belastet wurde.

Auch Vorsteuergewinn und Überschuss lagen deutlich über den Erwartungen. Der im Vorjahreszeitraum durch den Konzernumbau beeinträchtigte Vorsteuergewinn versechsfachte sich auf 1,944 Milliarden Euro (Prognose: 1,426). Unterm Strich blieb ein Überschuss von 1,219 Milliarden Euro nach 859 Millionen Euro im Vorjahr (Prognose: 969 Millionen Euro). Im Vorjahresquartal war der Gewinn aber durch den Verkauf des Autovermieters Europcar um rund 800 Millionen Euro in die Höhe getrieben worden.

Für Januar bis Juni wies der Konzern ein operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen von 2,802 Milliarden Euro aus, ein Plus von 44,5 Prozent. Unter dem Strich verdiente VW 1,959 Milliarden Euro, 65,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz der fortgeführten Bereiche stieg um 5,7 Prozent auf 54,8 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr hat VW erstmals mehr als drei Millionen Fahrzeuge verkauft.

Die Stammmarke Volkswagen selbst erhöhte ihren Umsatz im zweiten Quartal um 4,8 Prozent auf 18,9 Milliarden Euro, der operative Gewinn stieg um 36 Prozent auf 595 Millionen Euro. Die Tochter Audi erhöhte ihren Umsatz um 9,2 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro und legte beim operativen Gewinn um 62 Prozent auf 613 Millionen Euro zu.

Der Absatz legte, wie VW bereits Anfang Juli mitgeteilt hatte, im ersten Halbjahr um 7,8 Prozent auf 3,086 Millionen Autos zu. In den Monaten April bis Juni wurden mit 1,612 Millionen Fahrzeugen 7,6 Prozent mehr ausgeliefert als ein Jahr zuvor. Für das Gesamtjahr rechnet VW nun damit, erstmals mehr als sechs Millionen Autos zu verkaufen, nach 5,72 Millionen im Vorjahr. Vor allem in Osteuropa und Asien erwartet der Konzern deutlich steigende Verkaufszahlen. Der Umsatz soll wie bisher geplant über dem des Vorjahres liegen.

Als Treiber der weltweiten Automobilnachfrage sieht VW 2007 vor allem China und Südamerika mit Wachstumsraten auf hohem Niveau. In Europa werde sich das Wachstum im laufenden Jahr dagegen etwas verlangsamen. In für VW wichtigen Märkten Deutschland und Spanien, wo VW auch mit der Tochter Seat vertreten ist, seien dagegen rückläufige Zulassungszahlen "nicht ausgeschlossen", hieß es. Vor allem die hohen Energie- und Rohstoffpreise würden die Nachfrage dämpfen.

Die Aktie drehte deutlich ins Plus. Nach einem knapp behaupteten Verlauf legte sie im schwächelnden Markt zuletzt um 2,16 Prozent auf 123,15 Euro zu. Ein Händler lobte die "massive Verbesserung der Profitabilität" und sagte in einer ersten Reaktion: "Die Zahlen toppen beim Gewinn alle Prognosen und der Ausblick ist sehr weit über dem Konsensus."

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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