Konjunktur Konsumklima bleibt stabil

Die Euphorie ist zwar gewichen, die gute Konjunktur und die sinkende Arbeitslosigkeit sorgen aber weiterhin für stabiles Konsumklima in Deutschland. Die Bundesbürger gehen laut GfK fortgesetzt von steigenden Einkommen aus und seien zu größeren Anschaffungen bereit.

Nürnberg - Der Aufwärtstrend der Verbraucherstimmung habe sich trotz einer leichten Abschwächung im Juli fortgesetzt, berichtete das Marktforschungsinstitut GfK am Freitag in Nürnberg. Der entsprechende Indikator stieg binnen Monatsfrist von 8,5 auf 8,7 Punkte, nachdem er in den Vormonaten deutlich stärker gestiegen war.

Die Bundesbürger gingen weiterhin von steigenden Einkommen aus und seien daher auch zu größeren Anschaffungen bereit, betonte die GfK. Die entsprechenden Indikatoren liegen den Angaben zufolge nur knapp unter denen des Vormonats. Abgeschwächt hat sich dagegen nach GfK-Feststellungen die ausgeprägte Konjunktureuphorie der vergangenen Monate, die noch im Mai in einem neuen Allzeithoch gipfelte.

"Steigende Zinsen, anhaltend hohe Energiepreise sowie ein erstarkender Euro lassen bei den Verbrauchern den Eindruck entstehen, dass die gegenwärtige Dynamik der deutschen Wirtschaft etwas nachlassen könnte", betont die GfK in ihrer Studie. Wegen der weiterhin günstigen Arbeitsmarktentwicklung würden diese Risiken jedoch bei der Einschätzung der Einkommensentwicklung größtenteils kompensiert.

Experten zeigten sich von den Ergebnissen wenig überrascht. "Das Konsumklima hat sich erwartungsgemäß etwas aufgehellt. Das passt gut in das Bild, dass der private Konsum in der zweiten Jahreshälfte anziehen wird. Darauf deuten die Besserung am Arbeitsmarkt und deutliche Lohnerhöhungen hin. Das Konsumklima dürfte sich deshalb weiter verbessern. Wenn die Sorge um den Arbeitsplatz abnimmt, steigt rein psychologisch die Bereitschaft zu Anschaffungen", erklärte etwa Jörg Lüschow von der WestLB gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters in einer ersten Reaktion.

Andreas Rees von Unicredit erklärte: "Das Konsumklima deutet darauf hin, dass sich der private Verbrauch in der zweiten Jahreshälfte erholen wird. Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich spürbar verbessert. Der starke Zuwachs bei der Beschäftigung dürfte das Konsumentenvertrauen in den kommenden Monaten weiter stärken." Bei den Unterkomponenten hat es Rückgänge gegeben, die aber nicht dramatisch seien.

"Wahrscheinlich sind wir aber langsam am Gipfel angekommen. Da könnten wir noch eine ganze Weile bleiben, weil der Arbeitsmarkt noch immer gut läuft und die Einkommen von dieser Seite gestützt werden", sagte wiederum Matthias Rubisch von der Commerzbank. Deshalb sei nicht mit einem deutlichen Rückgang beim Verbrauchervertrauen zu rechnen - aber auch kaum mit einem Anstieg.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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