Autobauer Nissan und Fiat enttäuschen Analysten

Der Automobilhersteller Nissan hat im abgelaufenen Quartal einen Gewinnrückgang verzeichnet, zugleich aber seine Jahresprognose bekräftigt. Fiat hat dagegen seinen Quartalsgewinn gesteigert, die Italiener lagen jedoch trotzdem unter den Erwartungen der Analysten.

Tokio - Der drittgrößte japanische Autohersteller Nissan  hat im abgelaufenen Quartal wegen Nachfrageproblemen in den USA einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Von April bis Juni sei das operative Ergebnis um 3,2 Prozent auf 148,44 Milliarden Yen (etwa 890 Millionen Euro) gefallen, teilte der Renault-Partner mit. Dies lag unter den Markterwartungen.

Der Nettogewinn sank um 16 Prozent auf 55,6 Millionen Euro. Der Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum sei hier aber schwierig, da das Unternehmen damals von einem außergewöhnlich niedrigen Steuersatz profitiert habe. Der Umsatz stieg um 11 Prozent auf 14,73 Milliarden Euro.

Grund für den Gewinnrückgang war die geringere US-Nachfrage bei Geländewagen (SUV) mit hohem Benzinverbrauch infolge des gestiegenen Spritpreises. Dafür seien die Absatzzahlen bei anderen Fahrzeugen gestiegen. Nissan-Chef Carlos Ghosn hatte bereits im vergangenen Monat schwächere Zahlen angekündigt. Das Unternehmen blieb jedoch bei seinen Prognosen für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März 2008. Demnach rechnet Nissan weiterhin mit einem operativen Gewinn von 4,8 Milliarden Euro.

Das Unternehmen teilte am Dienstag zudem mit, es suche aufgrund der hohen Nachfrage in Japan nach weiteren Produktionsstätten für sein Crossover-Model Qashqai. Es sei nicht ausgeschlossen, dass einen Teil der Fertigung nach Japan verlagert werde. Der Qashqai wird derzeit im britischen Werk in Sunderland hergestellt, dort arbeiten die Mitarbeiter Überstunden und an Wochenenden, um der Nachfrage Herr zu werden. Auf dem heimischen Markt wird der Wagen unter dem Namen Dualis vertrieben.

Fiat-Aktie verliert

Der italienische Autohersteller Fiat hat seinen Betriebsgewinn im zweiten Quartal unterdessen mehr als verdoppelt. Der operative Gewinn kletterte nach Angaben vom Dienstag auf 193 Millionen Euro. Damit lag das Unternehmen aber um knapp sechs Millionen Euro unter den Erwartungen der Analysten.

Der gesamte Fiat-Konzern dagegen fuhr einen Betriebsgewinn von 946 Millionen Euro ein und übertraf damit die Markterwartungen. Der Konzernumsatz stieg in den drei Monaten bis Ende Juni um elf Prozent auf 15,2 Milliarden Euro.

Fiat bekräftigte sein Ziel, für das gesamte Geschäftsjahr das obere Ende seiner Gewinnprognose von 2,5 bis 2,7 Milliarden Euro zu erreichen. Anleger reagierten enttäuscht auf die Nachricht: Die Fiat-Aktie  verlore rund 1 Prozent auf 23,19 Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters