Hypo Real Estate Gewinn steigt um ein Viertel

Die Übernahme des Staatsfinanzierer Depfa wird das Ergebnis der Hypo Real Estate (HRE) stark beeinflussen. Eine neue Prognose nach sehr guten Geschäftszahlen wagt der Immobilienfinanzier aber nicht. Die Gewinne der Depfa hingegen sind deutlich gesunken.

München – Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate  (HRE) hat im ersten Halbjahr bei Erträgen und Gewinn weiter zugelegt. Die operativen Erträge seien gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 605 Millionen Euro gestiegen, teilte die Bank am Montag in München mit. Der Vorsteuergewinn stieg um 25 Prozent auf 355 Millionen Euro. Das eigene Mindestziel von 340 Millionen Euro sei damit klar erreicht worden. Unter dem Strich verdiente die Bank 267 Millionen Euro, 28 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Grund für das deutliche Ertragsplus sei vor allem das starke Neugeschäft im zweiten Quartal gewesen. Im Monaten April bis Juni lag das Neugeschäft im Kerngeschäft mit der Immoblienfinanzierung bei 9,4 Milliarden Euro. Hinzu kamen neu akquirierte Finanzierungen außerhalb des Immobilienbereichs in Höhe von 600 Millionen Euro. Die Erträge stiegen dadurch in dem Quartal um 17 Prozent auf 310 Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn legte, wie bereits vor zwei Wochen mitgeteilt, um 28 Prozent auf 183 Millionen Euro zu. Unterm Strich blieb ein Quartalsüberschuss von 137 Millionen Euro, 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Übernahme wird erheblichen Einfluss auf Ergebnis haben

Für das Gesamtjahr bestätigte die Bank den positiven Trend, gab zunächst aber keine konkrete Prognose ab. Der ebenfalls am Montag verkündete Kauf des Staatsfinanzierers Depfa werde noch 2007 "erheblichen Einfluss" auf die Ertragslage des Konzerns habe, hieß es. Eine angepasste Prognose könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber noch nicht abgegeben werden.

Erst vor zwei Wochen hatte die Hypo Real Estate  ihre Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Demnach peilt die Bank ohne Depfa einen Vorsteuergewinn von 710 Millionen Euro an, nach 542 Millionen Euro im Vorjahr. Die Erträge sollten von 1,08 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,2 Milliarden Euro steigen.

Der Staatsfinanzierer Depfa  hingegen hat im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang um ein 10 Prozent verbucht. Der Nettogewinn schrumpfte auf 126 Millionen Euro nach 140 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie die Bank am Montag mitteilte. Das Zinsergebnis gab um 8 Prozent nach auf 101 Millionen Euro. Das Handelsergebnis sank um 80 Prozent auf acht Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss schrumpfte um ein Viertel auf 9 Millionen Euro. Die Hypo Real Estate (HRE) will den Staatsfinanzierer für 5,7 Milliarden Euro übernehmen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters