Hypothekenkrise Bernankes Furcht

Der amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke hat davor gewarnt, dass faule Hypothekenkredite im Wert von bis zu 100 Milliarden Dollar platzen könnten. Selbst Amerikas Wirtschaftswachstum werde von der Hypothekenkrise gedämpft. Jetzt will er den Kredithandel reglementieren.

Washington - Wackelige Hypothekenkredite werden nach Einschätzung von Amerikas Zentralbankchef Ben Bernanke deutliche Verluste nach sich ziehen. Der Schaden summiere sich schätzungsweise auf 50 Milliarden bis 100 Milliarden Dollar, sagte Bernanke heute vor dem Bankenausschuss des Senats.

Die Kredit-Rating-Agenturen hätten bereits begonnen, sich darauf einzustellen und einige der Produkte heruntergestuft. Auf Grund der Schwäche auf dem US-Immobilienmarkt hatte die Notenbank bereits ihre Wachstumsprognosen für dieses und nächstes Jahr gesenkt.

Schon am Vortag hatte Bernanke bei der Veröffentlichung des Halbjahresberichts der amerkanischen Zentralbank vor einem erklärt, die Probleme am Immobilienmarkt könnten die Aussichten für die US-Wirtschaft dämpfen.

Bernanke erläuterte dem Senat die Schritte, mit der seine Zentralbank erneute Probleme im Markt mit zweitklassigen Hypotheken verhindern will. So solle der Hypothekenmarkt durch Vergabe von Lizenzen an Broker reguliert werden. Amerikas Notenbankchef kündigte neue Vorschriften für den Sektor innerhalb der nächsten sechs Monate an.

In Deutschland reagierten die Anleihenhändler auf Bernankes Bedenken. Der Bund-Future zog um elf Ticks auf 111,09 Punkte an - keine ungewöhnliche Reaktion. Sichere Staatsanleihen gewinnen oft, wenn die Konjunktur schwächelt oder auch nur Gerüchte darüber auftauchen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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