IBM "Koloss" gewinnt kräftig an Tempo

Das stark expandierende Softwaregeschäft und kräftige Zuwächse der Dienstleistungssparten haben IBM im zweiten Quartal einen Gewinnsprung beschert. Die Märkte zeigen sich überrascht. Die Aktie legt deutlich zu.

Armonk - Unter dem Strich sei der Gewinn um knapp 12 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar oder 1,55 Dollar je Aktie gestiegen, teilte IBM  am Mittwoch nach US-Börsenschluss in Armonk mit. Dabei profitierte der Computerriese auch vom Verkauf seiner Druckersparte, der vor Steuern 81 Millionen Dollar zum Ergebnis beigetragen hatte.

Für das Gesamtjahr stellte Finanzchef Mark Loughridge ein leicht höheres Gewinnplus in Aussicht als bisher. Der Gewinn je Aktie werde in 2007 voraussichtlich um 14 bis 15 Prozent zulegen, sagte Loughridge während einer Analystenkonferenz. Bislang hatte IBM eine Verbesserung von 13 bis 14 Prozent angepeilt. Er sprach von einem "wirklich starken Quartal", das zum Teil auch auf das verbesserte wirtschaftliche Umfeld auf dem Heimatmarkt zurückzuführen sei. "Ich denke, jeder Finanzchef wartet auf ein Quartal wie dieses."

Aktie legte nachbörslich zu

Die IBM-Aktie, die in dieser Woche bereits ein Mehrjahreshoch markiert hatte, kletterte nachbörslich um mehr als 3 Prozent. "Zum ersten Mal seit Jahren ist es wirklich offensichtlich, dass sich dieser große Koloss mit einem hohen Tempo bewegt", sagte Annex-Research-Analyst Bob Djurdjevic. IBM übertraf mit den Quartalsergebnissen die Schätzungen der Wall Street. Der um Sondergewinne wie den Verkaufserlös bereinigte Gewinn lag bei 1,50 Dollar je Aktie und damit über den Analystenschätzungen von 1,47 Dollar je Aktie. Der Konzernumsatz verbesserte sich um 8,6 Prozent auf 23,77 Milliarden Dollar - das stärkste Wachstum in einem Quartal seit 2001. Die Experten hatten lediglich mit 23,05 Milliarden Dollar gerechnet.

Software-Umsatz wächst stark durch Zukäufe

Den größten Umsatzsprung verbuchte IBM im Software-Bereich, den Konzernchef Samuel Palmisano durch zahlreiche Zukäufe bewusst gestärkt hatte. In dieser Sparte kletterten die Erlöse um 13 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar. Dabei profitierte der Konzern auch vom schwachen Dollar - bei konstanten Währungen hätte das Plus nur 9 Prozent betragen.

Im wichtigen Dienstleistungsgeschäft stiegen die Erlöse um rund 10 (ohne Währungseffekte: 7) Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar. Hier verbuchte IBM Neuaufträge von 11,7 Milliarden Dollar - ein Plus von 22 Prozent. Der Auftragsbestand zum Ende des Quartals lag bei 116 Milliarden Dollar. Im Hardware-Bereich wuchs der Umsatz dagegen nur um zwei Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar, bei konstanten Währungen hätte sich die Sparte schwach entwickelt.

Der Computerriese konnte in allen wichtigen Regionen wachsen. In Nord- und Südamerika stiegen die Erlöse um 6 Prozent. Im Bereich Europa/Naher Osten/Afrika legte der Konzern um 13 Prozent zu und im asiatisch-pazifischen Raum um zehn Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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