Imperial Tobacco 16 Milliarden Euro für Gauloises und Co.

Von 47 auf 50 Euro stockte die globale Nummer Vier am Tabakmarkt ihr Gebot für den spanisch-französischen Anbieter Altadis auf - und dürfte zum Zuge kommen. Käufer Imperial Tobacco peilt Einsparungen von 300 Millionen Euro pro Jahr an.

London - Der für seine Marken "West" und "Davidoff" bekannte britische Zigarettenhersteller Imperial Tobacco  will den spanisch-französischen "Gauloises"- und "Gitanes"- Produzenten Altadis  für 16,2 Milliarden Euro kaufen. Das Bar-Gebot wurde aufgestockt, der Altadis-Vorstand empfahl den Aktionären, darauf einzugehen.

Durch die angepeilte Übernahme der weltweiten Nummer Fünf durch die Nummer Vier schrumpfte der Abstand zu den Branchenführern Altria , British American Tobacco  und Japan Tobacco deutlich. "Imperial Tobacco und Altadis passen strategisch bestens zueinander und werden unsere Position als weltweit viertgrößter Tabakkonzern stärken", sagte Imperial-Tobacco-Chef Gareth Davis.

Das neue Unternehmen werde Marktführer in Spanien und Großbritannien sein und in den wichtigen westeuropäischen Märkten Deutschland, Frankreich und Italien künftig stärker auftreten. In Deutschland ist Imperial mit der 2002 übernommene Tochter Reemtsma vertreten. Der Zusammenschluss soll laut Davis pro Jahr Einsparungen von 300 Millionen Euro bringen.

Beteiligungsgesellschaft ausgestochen

Über eine mögliche Fusion der beiden Konzerne wird seit Jahren spekuliert. Feindliche Übernahmen gelten jedoch in der hochregulierten Tabak-Branche als schwer umsetzbar. In den vergangenen Jahren wurde daher keine mehr versucht.

Imperial kommt jetzt voraussichtlich zum Zuge, nachdem der Konzern seine Offerte um drei auf 50 Euro pro Altadis-Aktie aufstockte. In dem Gesamtpreis von 16,2 Milliarden Euro sind auch Altadis-Schulden eingerechnet. Altadis befürwortet die Offerte, falls kein höheres Gebot eingeht. Zwei niedrigere Imperial-Gebote hatte Altadis ebenso zurückgewiesen wie eine Offerte der Beteiligungsgesellschaft CVC und PAI Partners. Diese hatte ebenfalls 50 Euro je Altadis-Aktie in Aussicht gestellt.

Imperial will die Übernahme mit 9,2 Milliarden Pfund (13,7 Milliarden Euro) neuen Schulden finanzieren sowie einer 5,4 Milliarden Pfund schweren Kapitalerhöhung. Anleger zeigten sich angetan von den Fusionsplänen. Der Kurs der Imperial-Aktien legten um gut zwei Prozent zu. Altadis-Papiere verteuerten sich um knapp 1,5 Prozent, notierten aber mit 48,80 Euro unter dem Angebotspreis.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters