Puma PPR übernimmt Mehrheit

Gut drei Monate nach dem Einstieg bei Puma hält der französische Luxusgüterkonzern PPR nun die Mehrheit am deutschen Sportartikelhersteller. PPR hat sich mehr als 62 Prozent der Anteile gesichert. Puma-Aktien sollen jedoch weiterhin an der Börse bleiben.

München - Der französische Luxusgüterkonzern Pinault-Printemps-Redoute (PPR) hat die Mehrheitsanteile am Sportartikelhersteller Puma übernommen. Nach dem Ablauf der zweiten Annahmefrist halte PPR einen Aktienanteil von 62,1 Prozent an dem deutschen MDDax-Unternehmen, teilten beide Firmen am Dienstag mit. Zu dem französischen Konzern gehören unter anderem Luxusmarken wie Gucci und Yves Saint Laurent.

PPR hatte den Puma-Aktionären 330 Euro pro Anteilsschein geboten. Die Aktie von Puma  hatte in der vergangenen Woche zum Teil deutlich unter dieser Summe notiert. Nach Ende der ersten Annahmefrist hatte sich PPR 33,2 Prozent der Puma-Anteile gesichert, die zweite Annahmefrist war am vergangenen Mittwoch abgelaufen.

Der PPR-Chef und Aufsichtsratsvorsitzende von Puma, Francois-Henri Pinault, sagte, er sei mit dem endgültigen Ergebnis zufrieden. PPR plane ein langfristiges Engagement bei dem deutschen Sportartikelhersteller.

Mitte April hatte PPR mitgeteilt, ein Puma-Aktienpaket von 27 Prozent vom ehemaligen Großaktionär Mayfair erworben zu haben. Dafür zahlte PPR den Tchibo-Erben Daniela und Günter Herz 1,4 Milliarden Euro, was einem Preis von 330 Euro je Aktie entspricht. Anschließend hatte der französische Konzern den Puma-Aktionären ein Übernahme der Anteile zum gleichen Preis angeboten.

PPR hatte zuvor zugesichert, kein Personal bei Puma abbauen zu wollen. Nach eigenen Angaben beschäftigt die Unternehmensgruppe PPR  rund 78 000 Mitarbeiter in 75 Ländern. Puma ist nach Nike und adidas der weltweit drittgrößte Sportartikelhersteller.

Prognose für 2007 gesenkt

"Wir freuen uns, dass die Puma-Aktionäre mit ihrem Votum die Zusammenführung der Puma AG mit der PPR-Gruppe unterstützen und damit die Grundlage für eine erfolgreiche Kooperation geschaffen haben", sagte Puma-Chef Jochen Zeitz am Dienstag. Puma sei nun ein Konzernunternehmen der PPR-Gruppe geworden.

In seiner 14-jährigen Amtszeit als Puma-Chef holte Zeitz den biederen Schuhhersteller aus der Krise und machte die Produkte mit dem Puma als Logo zu einer begehrten Marke. Zuletzt überraschte er jedoch die Finanzwelt mit einer Senkung der Prognosen für 2007. Bis dahin hatte er die Anleger stets mit steigenden Gewinnen und Erwartungen verwöhnt.

Zeitz betonte, dass PPR langfristig die Strategie von Puma sichere und umso mehr Potenzial aus der Gruppenzugehörigkeit gezogen werden könne, je höher der PPR-Anteil an Puma sei.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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