Cumerio-Kauf Punktsieg für Marnette

Die belgische Kupferhütte Cumerio empfiehlt ihren Aktionären das Übernahmeangebot von Werner Marnettes Norddeutscher Affinerie. Der österreichische Großeigner A-Tec kann die Fusion allerdings weiterhin blockieren.

Brüssel/Hamburg - Die belgische Kupferhütte Cumerio  zeigt dem österreichischen Industriellen Mirko Kovats die kalte Schulter. Das Cumerio-Management empfahl den Aktionären die Übernahmeofferte der Norddeutschen Affinerie (NA)  zur Annahme, obwohl Kovats' Mischkonzern A-Tec  über eine Sperrminorität an Cumerio verfügt.

Die Hamburger NA begrüßte die Entscheidung. Die im Nebenwerteindex MDax  notierte Firma will Cumerio komplett übernehmen und hierfür insgesamt 777 Millionen Euro ausgeben. Das Unternehmen hatte ein Barangebot von 30,00 Euro je Cumerio-Aktie angekündigt. Durch die Beteiligung der österreichischen A-Tec Industries von 25 Prozent plus einer Aktie an Cumerio kann die NA ihre geforderte Annahmequote von 80 Prozent ohne eine Einigung mit A-Tec jedoch nicht mehr erreichen. A-Tec ist auch mit 15,1 Prozent an der NA beteiligt.

Kovats, dessen Montanwerke Brixlegg selbst in der Branche tätig sind, will nach eigener Darstellung ein europäisches Kupfer-Konglomerat bilden, in dem neben Cumerio auch die NA aufgehen könnte. Das Direktorium (Board) von Cumerio teilte mit, man habe die NA-Offerte im Detail geprüft. Alles in allem biete ein Zusammenschluss mit der NA eine starke Basis für weiteres Wachstum und eine Internationalisierung des Geschäfts. Die neue Gesellschaft werde eine führende Rolle in der Konsolidierung der Branche spielen. Auch der Cumerio-Betriebsrat habe sich zustimmend geäußert.

Cumerio und A-Tec sollen belgischen Medienberichten schon vor einiger Zeit Gespräche über einen Zusammenschluss geführt haben. Cumerio habe sich jedoch letzten Endes für einen Bund mit der NA entschieden. Ursprünglich hatte Cumerio bereits vergangenen Donnerstag ein Votum abgeben wollen, dies aber wegen des andauernden Machtkampfs der Großaktionäre vertagt.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ddp

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