US-Immobilien 52 Milliarden Dollar Verlust

Riskante Geschäfte von Hedgefonds im Zuge der US-Immobilienkrise könnten den Banken in den USA Verluste von bis zu 52 Milliarden Dollar bescheren. Das schätzen Experten der Credit Suisse. Deutschland will sich indes auch in Zukunft für mehr Transparenz von Hedgefonds einsetzen, erklärt Bundesbank-Präsident Axel Weber.

New York - Banken könnten nach Einschätzung von Analysten bis zu 52 Milliarden Dollar wegen der Krise auf dem US-Markt für zweitklassige Hypotheken verlieren. Der größte Teil dieses Verlustes dürfte bei Hedgefonds anfallen, die in verbriefte Derivate so genannter "Subprime Mortgages" investieren, schreiben die Analysten der Credit Suisse in einem Bericht.

Besonders betroffen seien zudem US-Banken: Europäische Kreditinstitute investierten zurückhaltender und daher dürfte auch ihr Anteil an einem möglichen Verlust geringer ausfallen, hieß es.

Die Krise bei den zweitklassigen Hypothekenkrediten, die an Schuldner mit schlechter Bonität vergeben werden, hatte im Juni zwei Hedgefonds der US-Investmentbank Bear Stearns in Schieflage gebracht. Die Fonds hatten sich bei der Investition in Kreditderivate spekuliert. Bear Stearns hatte angekündigt, einen der beiden Fonds abzuwickeln, nachdem die Investementbank den anderen Fonds mit 1,6 Milliarden Dollar unter die Arme gegriffen hatte.

Nach Presseberichten sind in den vergangenen Wochen eine ganze Reihe US-amerikanischer Hedgefonds liquidiert worden, die in verbriefte Derivate zweitklassiger Hypothekenkredite investiert hatten. Experten gehen davon, dass die sich jetzt abzeichnende Schieflage einiger dieser Fonds erst die Spitze des Eisberges sei. Eine reguläre Pleite in diesem hoch spekulativen Segment schließen die Beobachter nicht aus und befürchten, dass es am Markt dann zu einer Kettenreaktion kommen könnte.

Transparenz bleibt ein Thema

Eine größere Transparenz der hochspekulativen Hedgefonds wird nach den Worten von Finanzstaatssekretär Thomas Mirow auch über die deutsche Präsidentschaft hinaus die Gruppe der sieben führenden Industrieländer (G-7) beschäftigen. Hier seien nicht alle Ziele der deutschen G-7-Präsidentschaft verwirklicht worden, räumte er am Montag in Berlin ein.

Bundesbank-Präsident Axel Weber zufolge wird sich Deutschland weiterhin für einen Verhaltenskodex einsetzen. "Ein entsprechender Konsens auf der internationalen Ebene ist nicht von heute auf morgen zu erreichen", sagte er in einem vorab veröffentlichten Interview mit dem Magazin "Sparkasse".

Als positives Zeichen wertete Mirow, dass 13 europäische Hedgefonds selbst die Initiative ergriffen haben, um über mehr Transparenz zu sprechen. Die Chefs der Firmen wollen über freiwillige Standards beraten, mit denen mehr Einblick unter anderem in das Risikomanagement der Fonds möglich sein soll. Die Gruppe unter Leitung des ehemaligen Vizegouverneurs der britischen Notenbank, Andrew Large, will bis Jahresende über ihre Ergebnisse berichten. Beteiligt sind die Hedge-Fonds Brevan Howard, Centaurus Capital und die börsennotierte Man Group.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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