Steuern Streicheleinheiten für Finanzinvestoren

Die Bundesregierung erwägt, eine beschlossene und für Finanzinvestoren nachteilige Steuerregel aufzuheben. Während auf viele Dienstleistungen 19 Prozent Umsatzsteuer anfallen, sollen Beratungsleistungen der Private-Equity-Branche davon befreit bleiben.

Berlin - Der für Finanzmärkte zuständige Abteilungsleiter Jörg Asmussen sagte der "FTD" (Montagausgabe) mit Blick auf die Vorschrift, die zu empfindlichen finanziellen Einbußen für die Beteiligungsbranche (Private-Equity) geführt hätte: "Wir denken daran, das zurückzunehmen." Eine Entscheidung werde innerhalb der Beratungen über das geplante Private-Equity Gesetz getroffen.

Fällt die Regelung, nimmt die Politik der Branche eine große Sorge. Nach einem Schreiben des Finanzministeriums von Ende Mai soll ab 2008 auf Beratungsleistungen, die die Beteiligungsgesellschaften ihren Kapitalgebern in Rechnung stellen, Umsatzsteuer fällig werden. Diese so genannte Management Fee beträgt gewöhnlich zwischen 1 und 5 Prozent der Einlage der Investoren. Wird darauf die Umsatzsteuer fällig, würde sie auf einen Schlag um 19 Prozent teurer.

Weil diese Summe angesichts des scharfen internationalen Wettbewerbs in der Branche nur schwer auf die Investoren umgelegt werden kann, müssten sie die Private-Equity-Gesellschaften teilweise oder gar ganz übernehmen, heißt es.

Derzeit läuft in Großbritannien eine parlamentarische Untersuchung zur Besteuerung von Private-Equity-Managern und deren Geschäftspraktiken. Gleichzeitig prüfen die USA die Einführung eines höheren Steuersatzes für die Gewinne der Branche.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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