Dienstag, 18. Juni 2019

Wohnungsaktien Die Beton-Fusion

Die Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen übernimmt die Gehag. Damit entsteht ein Unternehmen mit knapp 50.000 Wohnungen. Die Börse honoriert die Nachricht mit Kurssprüngen.

Frankfurt am Main - Die Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen Börsen-Chart zeigen übernimmt die Berliner Wohnungsbaugesellschaft Gehag und erhöht damit den Wohnungsbestand von 23.000 auf insgesamt rund 50.000. Indirekt würden 85 Prozent der Gehag übernommen, teilte die Deutsche Wohnen am Dienstag mit. Verkäufer seien Fonds, die vom US-Investor Oaktree beraten werden. Zudem will die Deutsche Wohnen AG die verbleibenden 15 Prozent der Gehag übernehmen, die zurzeit von der HSH Real Estate-Gruppe gehalten würden

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Deutsche Wohnen zahle 6,4 Millionen neue Inhaberaktien sowie eine Wandelschuldverschreibung mit einem Gesamtnennbetrag von 25 Millionen Euro und 257 Millionen Euro in bar. Das Wandlungsrecht kann bis zum Jahre 2010 zum Kurs von 45,00 Euro ausgeübt werden. Der aus dem Gesamtkaufpreis abgeleitete Kaufpreis für den Wohnimmobilienbestand beträgt knapp 1000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche.

Dem Zusammenschluss werde ein Unternehmenswert in Höhe von rund 1,84 Milliarden Euro für 100 Prozent der gesamten Gehag-Gruppe zugrunde gelegt. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten der Gehag-Gruppe betragen derzeit rund 1,31 Milliarden Euro.

Das Land Berlin sei mit einem Geschäftsanteil von weit unter einem Prozent an der Gehag beteiligt. Voraussetzung für die Fusion sei allerdings eine erfolgreiche Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital. Zudem müssen die Kartellbehörden der Transaktion zustimmen.

Der Börse verschafft diese Fusion die bitter benötigte Fantasie. Die Aktien der Deutsche Wohnen sind am Dienstag bei Lang & Schwarz auf 42,36 zu 43,37 Euro gesprungen. Die Papiere des Immobilienunternehmens Patrizia Börsen-Chart zeigen sind am Dienstag um 9,13 Prozent auf 13,99 Euro nach oben geschossen. "Die Titel haben in der Vergangenheit nur verloren - jetzt kommt die deutliche Erholung", sagte ein Händler.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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