Tognum Größte Neuemission seit Jahren

Nach einigen Turbulenzen wegen eines fehlerhaften Emissionsprospekts ist es am Montag nun soweit. Mehr als zwei Milliarden soll der Börsengang des Motorenherstellers Tognum einbringen. Die Aktien werden für 24 Euro abgegeben.

Frankfurt - Der Dieselmotorenhersteller Tognum gibt für den an diesem Montag geplanten Börsengang seine Aktien für 24 Euro und damit in der Mitte der Preisspanne ab.

Das Angebot umfasst 11,35 Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung der Gesellschaft sowie bis zu 63,65 Millionen Aktien aus dem Bestand des schwedischen Finanzinvestors EQT. Darüber hinaus gibt EQT bis zu 11,25 Millionen Aktien für eine eventuelle Mehrzuteilung (Greenshoe) ab. Durch die vollständige Platzierung der angebotenen Aktien inklusive der Mehrzuteilung ergebe sich ein Streubesitz von rund 65 Prozent.

Die Firmengruppe um die ehemalige DaimlerChrysler-Tochter MTU Friedrichshafen ist mit 2,07 Milliarden Euro die größte Neuemission in Deutschland seit der Post im Jahr 2000 und deutlich größer als die der Postbank , die gut 1,5 Milliarden Euro erlöst hatte.

Der Löwenanteil des Erlöses geht mit 1,8 Milliarden Euro an den schwedischen Finanzinvestor EQT. Die Investmentgesellschaft aus dem Umfeld der Familie Wallenberg hatte MTU Friedrichshafen erst Anfang 2006 für 1,5 Milliarden Euro von DaimlerChrysler  gekauft. Allerdings finanzieren derartige Investoren meist nur einen kleinen Teil des Kaufpreises aus Eigenmitteln, den Rest laden sie dem übernommenen Unternehmen auf.

Aufnahme in MDax wahrscheinlich

Der Hersteller von Dieselmotoren für Schiffe, Panzer und Schienenfahrzeuge füllt sein eigenes Firmenkonto beim Börsengang nur um 268 Millionen Euro auf. Mit dem Geld will Tognum-Chef Volker Heuer die Schuldenlast reduzieren.

Das Debüt im Prime Standard soll nun am Montag über die Bühne gehen. Mit einem Streubesitz von 65 Prozent halten Experten eine rasche Aufnahme von Tognum in den Nebenwerteindex MDax  für wahrscheinlich. Die Platzierung sei mehrfach überzeichnet gewesen, teilte Tognum mit. Nur vier Prozent der Papiere gehen an Privatanleger.

Für Anleger haben sich Investments in einen Börsenkandidaten aus dem Besitz eines Finanzinvestors in diesem Jahr meist nicht ausgezahlt. So haben die Aktien des Verpackungsspezialisten Gerresheimer wie auch die Titel der Telefongesellschaft Versatel  den Zuteilungspreis nach dem Börsendebüt noch nicht wieder erreicht.

Fehler im Emissionsprospekt

Fehler im Emissionsprospekt

Eine Korrektur im Emissionsprospekt von Tognum hatte während der Zeichnungsfrist für Aufregung gesorgt. Im Anhang hatten sich beim Personal- und Materialaufwand Fehler eingeschlichen. Tognum musste einen Nachtrag zum Prospekt auflegen.

"Sobald die Aktie am Markt ist, werden wir sicherlich noch einmal zurückverfolgen, wie dieser Fehler passieren konnte und wer dafür die Verantwortung trägt", zitierte die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" einen Sprecher des Unternehmens. Händler befürchten einen Abschlag auf den Ausgabepreis aufgrund der Panne.

Der 7500 Mitarbeiter zählende Motorenhersteller vom Bodensee setzte im vergangenen Jahr 2,5 Milliarden Euro um. Tognum-Chef Heuer stellte in Aussicht, mit jährlichen Steigerungsraten von 4,4 Prozent künftig stärker als der Markt zu wachsen. Vor allem in Asien sieht der Manager eine wachsende Nachfrage nach Hochleistungsmotoren.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters