Thilenius-Kolumne Von Wien bis Wladiwostok

Die Weltwirtschaft wächst, vor allem der chinesische Binnenmarkt brummt. Doch abseits von China sind auch andere attraktive Wachstumsmärkte zu finden: in einigen Entwicklungs- und Schwellenländern.

Das Wachstum der Weltwirtschaft ist anhaltend hoch. Die Bewertungen der Aktienmärkte sind rings um die Welt, mit Ausnahme des chinesischen Binnenmarktes nicht zu hoch. Raum für weiteres Wachstum über die nächsten zwei bis drei Jahre ist durchaus vorhanden.

Die interessantesten Wachstumsregionen sind allerdings nicht die bekannten Industrieländer, sondern einige Entwicklungs- und Schwellenländer, die Jahrzehntelang von der weltwirtschaftlichen Entwicklung mehr oder weniger abgeschnitten waren.

Zu den interessantesten und uns geographisch und auch historisch durchaus nicht so fern liegende Ländern zählen Osteuropa und Russland. Der Aufholprozess dort verläuft dynamisch. Die EU-Mitgliedschaft der osteuropäischen Ländern sowie Russlands Ölreichtum haben dort gewaltige Wachstumskräfte freigesetzt.

Auf in den Osten

Wer sich nun dort langfristig engagieren möchte, hat die Qual der Wahl. Zahllose Einzelwerte und ebenso zahllose Investmentfonds werben um die Gunst der Anleger. Wer jedoch, nicht zuletzt aus Kostengründen, einen einzelnen Wert sucht, der die ganze Region abdeckt, muss lange suchen. Wenn dieser Wert dann auch noch in einem westeuropäischen Land verankert sein soll, um hiesigen Ansprüchen an Bilanzierung und Transparenz zu genügen, kann leicht in Verzweiflung geraten.

Hier kann geholfen werden. Die österreichische Ostbankengruppen, Raiffeisen International , ist teils direkt, teils mit Beteiligungen in allen wesentlichen Ländern und Orten von Wien bis Wladiwostok vertreten. Hier deckt ein einzelner Wert eine große Region mit bedeutendem Wachstum ab.

Bankgeschäfte sind repräsentativ für die Entwicklung der gesamten Volkswirtschaften. Raiffeisen International ist bereits seit Jahrzehnten und lange vor dem Fall der Berliner Mauer und des Warschauer Pakts im Osten tätig und konnte deshalb auf Grund guter Landes- und Personenkenntnis frühzeitig ein starkes Netz aus Filialen und Beteiligungen aufbauen, das sich jetzt deutlich auszahlt.

Bank auf Expansionskurs

Bank auf Expansionskurs

Der Konzerngewinn kletterte im ersten Quartal 2007 um 55 Prozent auf 192 Millionen Euro. Die Eigenkapitalverzinsung vor Steuern liegt bei 25 Prozent, die Kostenertragsquote liegt bei sehr günstigen 57Prozent. Die Bank ist regional gut diversifiziert. Zentraleuropa trug 39 Prozent, Südosteuropa 33 Prozent und Russland und die Nachfolgeländer der früheren Sowjetunion 28 Prozent zum Vorsteuerertrag bei.

Das Hauptaugenmerk der Expansion geht zurzeit auf den Ausbau des Filialnetzes in Russland. Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen 600 neue Filialen eröffnet werden. Danach winken wiederum neue Märkte in den interessanten Ölländern am Kaspischen Meer wie Kasachstan oder Aserbaidschan.

Hohe Schwankungen möglich

Wer mit einem Einzelwert möglichst viel von Osteuropa und Russland decken möchte, findet hier ein gutes Langfrist-Investment unter erfahrener Leitung. Auf einige Jahre dürften hier zweistellige Kursgewinne möglich sein.

Es ist allerdings damit zu rechnen, dass die Diskussionen in Russland über die Verstaatlichung von Auslandsvermögen im Vorfeld der Präsidentenwahl des nächsten Jahres auch die dortigen Aktivitäten mit der Bank bedrohen könnten. In diesem Fall, und natürlich auch im Fall überraschender Zinserhöhungen oder eines Finanzunfalls irgendwo in der Welt dürften diese Aktie stärker schwanken lassen als die Kurse der auf Europa oder USA konzentrierten Banken. Auf die längere Sicht dürfte Raiffeisen International jedoch eine Art Schwellenländer-Standardwert werden.

Im Interesse vollständiger Transparenz sei darauf hingewiesen, dass Raiffeisen International Aktien auch in dem von Dr. Thilenius Management GmbH beratenen Challenger Global Four Fonds  enthalten sind. Dr. Georg Thilenius ist geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Thilenius Management GmbH in Stuttgart und Berater des Challenger Global Four Fonds. Das Unternehmen unterliegt der Bafin. Im Fonds sind Sulzer-Aktien enthalten