Squeeze out Unicredit darf HVB-Aktionäre zwangsabfinden

Die italienische Großbank Unicredit darf die Kleinaktionäre ihrer deutschen Tochter HVB gegen eine Zwangsabfindung aus dem Unternehmen drängen. Aktionärsschützer wollen den Abfindungspreis gerichtlich prüfen lassen.

München - Ein solcher Antrag zum Squeeze out wurde am Mittwoch von der voraussichtlich zum letzten Mal tagenden Hauptversammlung der HVB mit knapp 99 Prozent der abgegeben Stimmen angenommen.

Damit wird die Unicredit künftig alle Anteile des Münchner Geldhauses kontrollieren und die HypoVereinsbank  von der Börse nehmen. Bislang hatten die Mailänder gut 95 Prozent der Aktien gehalten.

Abfindung deutlich unter aktuellem Kurs

Die HVB-Kleinaktionäre erhalten nun einen Abfindungspreis von 38,26 Euro je Anteilsschein. Damit lässt sich die Unicredit die Transaktion rund 1,4 Milliarden Euro kosten. Der Abfindungspreis liegt aber deutlich unter dem aktuellen Kurs von über 42 Euro, was für großen Unmut bei den Minderheitseignern gesorgt hatte. Sie forderten die Unicredit auf, ein besseres Angebot zu machen.

Die Beschlüsse der Hauptversammlung dürften schon bald die Gerichte beschäftigen. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hatte am Dienstag, als das Aktionärstreffen begonnen hatte, bereits angekündigt, den Abfindungspreis gerichtlich in einem Spruchverfahren überprüfen zu lassen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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