AGF-Squeeze-out Freie Bahn für Allianz

Der Versicherungskonzern Allianz kann die verbliebenen Aktionäre seiner Tochter AGF gegen eine Zwangsabfindung aus dem Unternehmen drängen. Die französische Kapitalmarktaufsichtsbehörde AMF gab jetzt grünes Licht für den Squeeze-out.

München - Der Münchner Versicherungsriese Allianz  kann die Kleinaktionäre seiner französischen Tochter AGF gegen eine Zwangsabfindung aus dem Unternehmen drängen. Eine entsprechende Erlaubnis durch die Kapitalmarktaufsichtsbehörde AMF in Frankreich liege vor, sagte ein Allianz-Sprecher am Mittwoch. Damit könne die Transaktion vollzogen werden.

Die Allianz bietet den verbliebenen AGF-Miteigentümern je Aktie 129,25 Euro. Ein solcher Squeeze-Out ist ab einer Quote von 95 Prozent der Anteile möglich, die sich die Allianz bereits gesichert hat. Die AGF hatte der Übernahme aller Anteile durch die Münchner Mutter von Beginn an offen gegenüber gestanden. Die Allianz hatte ursprünglich nur 58 Prozent der AGF-Aktien gehalten. Um auf 100 Prozent zu kommen, muss sie insgesamt rund zehn Milliarden Euro auf den Tisch legen.

Der Allfinanzkonzern hatte den Squeeze-out angekündigt, nachdem er seine Beteiligung an AGF mit Hilfe eines Übernahmeangebots auf mehr als 95 Prozent aufgestockt hatte. Derzeit liegen noch rund 4,61 Prozent der AGF-Anteile bei Minderheitsaktionären. Mit dem Schritt soll die Konzernstruktur vereinfacht werden.

Wie die Allianz weiter mitteilte, soll der Schritt voraussichtlich am 10. Juli vollzogen werden. An dem Tag finde auch das Delisting der AGF-Aktien an der Euronext in Paris statt.

Ein ähnliches Vorhaben beim Stuttgarter Lebensversicherer Allianz Leben war zuletzt gescheitert. Hier hält die Allianz nur knapp 93 Prozent und kann die Kleinaktionäre damit vorerst nicht zwangsabfinden.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dow jones

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