US-Immobilien Hedgefonds wird abgewickelt

Die Schieflage zweier Hedgefonds, die sich im US-Immobiliengeschäft verspekuliert hatten, belastet die Märkte weiterhin. Die Investmentbank Bear Stearns teilte mit, einen der beiden Hedgefonds nun abzuwickeln: Ein Szenario, vor dem viele Marktbeobachter bereits gewarnt hatten.

New York - Die beiden Hedgefonds und "High Grade Structured Credit Strategies Fund" und "High Grade Structured Credit Strategies Enhanced Leverage Fund" der US-Investmentbank Bear Stearns hatten sich mit Investitionen in Kreditderivate verspekuliert. Sie waren vor allem im Bereich der so genannten "subprime mortgages", also Hypothekenkredite für Kunden mit niedriger Bonität, aktiv. Da im Zuge der Turbulenzen am US-Immobilienmarkt die Häuserpreise gefallen sind und außerdem die Zinsen steigen, sind diese schlecht besicherten Kredite und damit auch die Hedgefonds in Schwierigkeiten geraten.

Zur Rettung eines der beiden Hedgefonds investiert Bear Stearns nun eine Milliardensumme. Der Fonds benötige einen Kredit von 1,6 Milliarden Dollar, nachdem bislang 3,2 Milliarden Dollar im Gespräch waren, teilte Bear Stearns am Dienstag Abend in New York mit. Der Fonds habe zudem einige Vermögenswerte verkauft, um die Gläubiger teilweise zu befriedigen. "Mit der Vergabe des Kredits haben wir den Markt hoffentlich stabilisiert und ihm die Unsicherheit genommen", sagte CEO James Cayne.

Für den zweiten in Schieflage geratenen Fonds soll es jedoch keine Finanzspritze geben. Man erwäge nicht, den Fonds zu unterstützen, hieß es bei Bear Stearns. Statt dessen werde an der Abwicklung des Fonds gearbeitet.

Seit Wochen warnen Marktbeobachter, dass durch die Aktivitäten großer Hedgefonds die Risiken, die an einem Markt bestünden, einfach weitergereicht würden. Es sei damit nicht mehr klar, wer überhaupt noch welche Risiken in den Büchern habe. Kollabiere dann ein großer Hedgefonds, könne dies weite Kreise ziehen: Eine der Folken könnte sein, dass Risiken wieder stärker bepreist werden und die Risikoprämien bei Unternehmensanleihen deutlich steigen.

Die beiden betroffenen Fonds von Bear Stearns hatten zeitweise über ein Vermögen von mehr als 20 Milliarden Dollar verfügt. Inzwischen haben sich jedoch mehrere Banken, darunter Goldman Sachs und Merrill Lynch , aus den Fonds zurückgezogen.

Die Wall Street reagierte bereits mit Abschlägen auf die Nachrichten von Bear Stearns. "Die Lage am US-Hypothekenmarkt sowie die Angst vor steigenden Zinsen belastet", sagte ein Händler.

Anleger befürchten, dass sich die durch Probleme bei zweitklassigen Hypothekenkrediten ausgelöste Krise ausweiten und weitere Hedgefonds treffen könnte. Der Dax  gab bis zum Mittag ebenfalls um rund ein Prozent nach und fiel zeitweise unter die Marke von 7800 Zählern.

manager-magazin.de

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