Cerberus Gehe zurück auf Los

Im Monopoly um deutsche Immobilien scheint Cerberus sich etwas verrechnet zu haben. Nur eineinhalb Jahre nach der Übernahme will der US-Finanzinvestor Cerberus angeblich 20.000 Gewerkschaftswohnungen schon wieder loswerden.

New York- Nur eineinhalb Jahre nach dem Kauf will der US-Finanzinvestor Cerberus einem Pressebericht zufolge 20.000 Gewerkschaftswohnungen schon wieder loswerden. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" verhandelt Cerberus derzeit mit Interessenten über einen Verkauf der Hannoveraner Wohnungsfirma Baubecon. Ende 2005 hatte der Finanzinvestor das Unternehmen für über eine Milliarde Euro von der Gewerkschaftsholding BGAG erworben.

"Cerberus ist von dem Investment enttäuscht", heiße es aus mit der Situation vertrauten Kreisen. Die Renditeziele seien bisher nicht erreicht, ein geplanter Börsengang verworfen worden, sagten Insider dem Bericht zufolge. Möglicherweise müsse Cerberus sogar Kapital nachschießen. Ein Cerberus-Sprecher sagte der Zeitung, der Investor prüfe verschiedene Optionen für Baubecon. "Der Verkauf ist eine davon."

Die 20.000 Wohnungen im Baubecon-Bestand befinden sich überwiegend in Niedersachsen und Berlin. Dazu verwaltet das Unternehmen 30.000 Wohnungen für Dritte. Die Baubecon-Wohnungen stammen großteils aus dem Immobilienbesitz der früheren gewerkschaftseigenen Neuen Heimat. Zusammen mit der US-Investmentbank Goldman Sachs besitzt Cerberus außerdem die Berliner GSW mit 65.000 Wohnungen.

Zu den möglichen Käufern der Baubecon-Immobilien gehört dem Bericht zufolge die Immobilientochter des italienischen Mischkonzerns Pirelli, Pirelli RE. "Wir schauen uns mehrere Portfolios in Deutschland an, und dazu zählt auch Baubecon. Die Gespräche dauern noch an", sagte Wolfgang Weinschrod, Chef von Pirelli RE Deutschland, der Zeitung.

Der Zweifel an dem Potenzial deutscher Immobilien scheint tatsächlich zu wachsen. Das zumindest zeigt sich bei aktuellen Verkaufsgesprächen. So will sich die Landesentwicklungsgesellschaft des Landes Nordrhein-Westfalen von tausenden Wohnungen trennen. Doch anders als in der Vergangenheit ist nun offenbar nur noch ein Interessent vorhanden - die deutsche Gagfah .

manager-magazin.de mit Material von dpa