Börsengang Blackstone macht es - KKR will es auch

Es ist der größte Börsengang seit 2002 in den USA - und einer der umstrittensten. Die Aktien des Finanzinvestors Blackstone werden heute zum ersten Mal an Wall Street notiert. Kongressabgeordnete und Senatsmitglieder hatten das zu verhindern versucht. Indes will wohl auch Blackstone-Konkurrent KKR an die Börse.

New York - Das Emissionsvolumen der Beteiligungsgesellschaft beläuft sich auf 4,13 Milliarden Dollar. Die 133 Millionen Aktien sollen zum Stückpreis von 31 Dollar ausgegeben werden, wie Blackstone am Donnerstagabend mitteilte. Damit ist das obere Ende der angepeilten Preisspanne erreicht. Wegen der hohen Nachfrage dürfen die den IPO begleitenden Banken zusätzliche 20 Millionen Aktien verkaufen. Blackstone ist unter anderem an der Deutschen Telekom beteiligt.

Der Börsengang ist der größte IPO in den USA seit 2002. Doch sowohl im Kongress als auch im Senat haben Abgeordnete erheblich politische Bedenken gegen den Börsengang geäußert und noch in letzter Mintute versucht, den IPO zu verhindern.

So bat etwa der Vorsitzende des zuständigen Ausschusses im Repräsentantenhaus, Henry Waxman, die Börsenaufsicht (SEC), zunächst eine Anhörung im Kongress abzuwarten. In dem Brief Waxmans an SEC-Chef Christopher Cox heißt es, der Börsengang werfe Fragen auf. Die Öffentlichkeit und potenzielle Investoren würden durch den IPO neuen Unsicherheiten ausgesetzt. Auch fehlten notwendige Schutzmaßnahmen. Mitunterzeichner des Briefs ist unter andere der Abgeordnete Dennis Kucinich, der einen Kongress-Unterausschuss leitet. Beide Männer sind Mitglieder der demokratischen Partei, die den Kongress dominiert.

Im Senat forderte der Demokrat Jim Webb die Börsenaufsicht und das Finanzministerium in einem Schreiben auf, den Börsengang wegen möglicher Auswirkungen auf die nationale Sicherheit in letzter Minute einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Besonders die jüngste Milliardeninvestition der Volksrepublik China bei Blackstone könnte die Sicherheitserfordernisse der USA beeinträchtigen, da der Finanzinvestor etwa an Software-Zulieferern für die US-Armee beteiligt sei, schrieb Webb. Das Verfahren zur Börsenzulassung müsse deshalb "verlangsamt" werden, bis alle Konsequenzen geprüft seien.

Die Beteiligungsgesellschaft bringt 12,3 Prozent ihres Kapitals an die Börse. Der IPO bedeutet einen goldenen Handschlag für die beiden Gründer Stephen Schwarzman und Peter Peterson, die das Unternehmen 1985 mit 400.000 Dollar gründeten: Der Vorstandsvorsitzende Schwarzman erhält zum Abschied einen Aktienanteil von 24 Prozent im Wert von gut 7,7 Milliarden Dollar, der irgendwann nach dem IPO seinen Rückzug planende Vorsitzende Peterson vier Prozent im Wert von 1,9 Milliarden Dollar.

KKR will offenbar nachziehen

Wie weiter bekannt wurde, scheint noch eine andere namhafte Beteiligungsgesellschaft Ihren Börsengang zu planen. Das Private-Equity-Unternehmen Kohlberg Kravis Roberts (KKR) hat Morgan Stanley und die Citigroup mit der Vorbereitung eines möglichen Börsengangs beauftragt. KKR beobachte momentan den Börsengang ihres Wettbewerbers Blackstone, um daraus zu lernen, berichteten am Donnerstag CNBC und das "Wall Street Journal".

Sogar Apollo Management plane einen Börsengang, um mit den Konkurrenten mithalten zu können, hieß es bei CNBC. Falls KKR ihr Vorhaben verwirkliche, werde das Unternehmen wahrscheinlich noch vor Ende des Jahres gelistet. Bestätigt wurden die Berichte indes nicht.

manager-magazin.de mit reuters ap und dow jones