PPR-Angebot Puma-Aktionäre im Streik

Der Chef des Luxusgüterkonzerns PPR und neue Puma-Aufsichtsratschef, François-Henri Pinault, muss sich jetzt etwas einfallen lassen. Einen Tag vor Ablauf des PPR-Übernahmeangebots hat nicht einmal 1 Prozent der Puma-Aktionäre von dem Angebot Gebrauch gemacht.

Herzogenaurach/Hamburg - Einen Tag vor Ablauf des Übernahmeangebots für den Sportartikelhersteller Puma  ist der Chef des Luxusgüterkonzerns Pinault-Printemps-Redoute (PPR), François-Henri Pinault, zum neuen Puma-Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt worden, teilte das Unternehmen im fränkischen Herzogenaurach am Dienstag mit. Pinault gehört zusammen mit dem Finanzchef des Luxusgüterkonzerns, Jean-Francois Palus, und dem Leiter der strategischen Unternehmensentwicklung, Gregoire Amigues, seit dem 16. Juni dem Aufsichtsrat an.

Die drei PPR-Vorstände ersetzen die Mayfair-Vertreter Johann Lindenberg, Hinrich Stahl und Günter Herz. Mayfair hatte seine Puma-Beteiligung von 27,1 Prozent im Mai an PPR verkauft. Die Franzosen hatten für die restlichen Anteile ein öffentliches Übernahmeangebot von 330 Euro unterbreitet, dessen Annahmefrist am 20. Juni ausläuft.

Das Übernahmeangebot stößt bei den Puma-Aktionären indes kaum auf Akzeptanz. Die Annahmequote betrug bis Montagabend lediglich 0,86 Prozent, wie PPR am Dienstag mitteilte. PPR , unter dessen Dach Luxusmarken wie Gucci oder Yves Saint-Laurent geführt werden, strebt die vollständige Übernahme des weltweit drittgrößten Sportartikelherstellers an. Viele Aktionäre halten die Offerte von 330 Euro für zu niedrig. Die Puma-Aktie notierte am Dienstag bei 330,50 Euro.

Puma-Vorstandschef Jochen Zeitz hatte den Aktionären in der Vergangenheit mehrfach empfohlen, das Angebot anzunehmen und es als angemessen bezeichnet. Der Preis von 330 Euro beinhalte eine Prämie von 24 Prozent bezogen auf den durchschnittlichen Börsenkurs des letzten Monats vor dem 3. April, als erste Gerüchte über die geplante Übernahme aufkamen. Mehr als die 330 Euro werde man nicht zahlen, das Angebot sei endgültig, hatte PPR zuvor wiederholt erklärt.

"Dann werden sie nicht 100 Prozent des Unternehmens bekommen", hatte Puma-Investor und Hedgefondsmanager Alexander Roepers bereits Anfang April im Interview mit manager-magazin.de erklärt. Das Angebot orientierte sich an der Vergangenheit und spiegelte nicht den Wert des Unternehmens wider, sagte der Präsident von Atlantic Investment Management in New York. Den fairen Wert der Aktie sieht Roepers bei 400 Euro. Zu diesem Preis würde er seine Puma-Anteile auch verkaufen, so der Manager.

Puma-Manager Zeitz hatte sich zuletzt noch davon überzeugt gezeigt, dass viele Aktionäre bis zum Schluss mit ihrer Entscheidung warten würden. Einen Tag vor Ablauf der Annahmefrist sieht es nicht danach aus, dass die Puma-Aktionäre dem Aufruf noch in letzter Sekunde folgen werden. Man darf gespannt sein, wie das neue Führungsduo Zeitz/Pinault jetzt darauf reagieren wird.

manager-magazin.de

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