Insidergeschäft Verboten und schwer nachweisbar

Insidergeschäfte benachteiligen andere Marktteilnehmer. Deshalb sind sie verboten. Allerdings sind solche Geschäfte schwer nachweisbar. Nur in den wenigsten Fällen kommt es zu offiziellen Ermittlungen, nicht einmal ein Zehntel der Verfahren endet mit einer Verurteilung.

Frankfurt am Main - Beim Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren sollen die Eigner dieser Papiere möglichst gleiche Chancen haben. Deshalb sind in Deutschland wie in der gesamten EU oder in den USA so genannte Insidergeschäfte verboten.

Insider sind etwa Manager oder Aufsichtsräte eines Unternehmens, wenn sie vertrauliche Informationen über bevorstehende wichtige, kursbewegende Ereignisse erlangen, etwa eine Übernahme oder einen Verkauf einer Unternehmenstochter. Wer dieses Wissen vor einer Veröffentlichung nutzt, um Aktien zu verkaufen oder zu kaufen, macht sich in Deutschland seit 1994 strafbar.

Überwacht wird der Aktienhandel in Deutschland von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Sie geht auffälligen Aktienkursbewegungen nach und überprüft routinemäßig jede Fusion oder Übernahme auf möglichen Insiderhandel. Das Wertpapierhandelsgesetz sieht dafür Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren vor.

Allerdings ist Insiderhandel schwer nachweisbar. So kommt es nur bei wenigen Verdachtsfällen zu Ermittlungen, wie jetzt im Fall der Fluggesellschaft Air Berlin oder erst vor wenigen Tagen gegen ein Vorstandsmitglied des Modekonzerns Escada. Die BaFin beklagte im Januar, dass seit 2001 von 550 Ermittlungsverfahren nur 40 mit einer Verurteilung geendet hätten. Zumindest sind die gesetzlichen Bestimmungen in den vergangenen Jahren verschärft worden. Vorstände und Aufsichtsräte müssen ihre Ver- und Zukäufe von Aktien veröffentlichen. Banken müssen Verdachtsfälle der BaFin melden.

manager-magazin.de mit reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.