Bayer erhöht Prognose Schering-Deal hat sich gelohnt

Nach der Schering-Übernahme haben sich die Gewinnaussichten für Bayer im Pharmageschäft deutlich verbessert. Deshalb hat der Chemie- und Pharmakonzern seine Renditeziele für 2007 und 2009 angehoben. Die Integration von Schering kommt schneller voran als geplant, heißt es.

Frankfurt am Main - "Die Übernahme von Schering war ein Meilenstein in der Weiterentwicklung unseres Geschäftsportfolios, und die Integration kommt schneller voran als geplant", erklärte Bayer-Chef Werner Wenning. Inzwischen erwarte Bayer aus der Integration des Berliner Unternehmens Einsparungen von über 800 Millionen Euro statt der bisher geplanten 700 Millionen bis zum Jahr 2009. "Zudem erwarten wir, dass 80 Prozent der Synergien bereits Ende 2008 erreicht werden", sagte der Manager.

Sowohl die Schering-Akquisition als auch die Leistungsfähigkeit des Consumer-Health-Geschäfts trügen zur höheren Profitabilität bei, sagte Wenning. Vor diesem Hintergrund hob Bayer seine Renditeziele für dieses Jahr und das Jahr 2009 angehoben am Dienstag an.

Für den Konzern stellte das Management nun für das laufende Jahr eine bereinigte Ebitda-Marge von über 20 Prozent, für 2009 eine operative Rendite von mehr als 22 Prozent in Aussicht. Bislang hatte Bayer für dieses Jahr nur eine leichte Verbesserung seiner operativen Marge (2006: 19,3 Prozent) gemessen am bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) angepeilt. Für 2009 wurden bislang rund 22 Prozent prognostiziert.

Auch Messlatte für Healthcare höher gelegt

Für seinen Teilkonzern Healthcare, zu dem auch das übernommene Schering-Geschäft gehört, hob Bayer das operative Renditeziel für dieses Jahr auf 25 von 24 Prozent an. Bis 2009 soll der Gesundheitsbereich die bereinigte Ebitda-Marge auf rund 28 Prozent steigern. Bisher wurden 27 Prozent angepeilt. Die Bayer-Führung bekräftigte, das Healthcare-Geschäft auszubauen.

Für die Agrochemiesparte Cropscience und den Kunststoffbereich Materialscience bestätigte Wenning die im März veröffentlichten Geschäftsziele.

In der Pharmaforschung will Bayer sich auf die aussichtsreichsten Projekte beschränken. 20 Pipeline-Projekte will Bayer nicht weiter verfolgen, darunter auch das Krebsmittel PTK/ZK. Die neue Forschungspipeline bestehe somit aus 14 Projekten in Phase I, 17 Projekten in Phase II und 19 Projekten in Phase III, erklärte Bayer. Weitere neun Projekte seien bereits zur Zulassung eingereicht. Üblicherweise müssen Medikamentenkandidaten drei Phasen der klinischen Überprüfung vor einem Zulassungsantrag bestehen.

Seine Wirkstoff-Forschung konzentriert Bayer auf vier Bereiche: Krebs, Kardiologie, Gesundheit der Frau und diagnostische Bildgebung. "Wir passen unser Forschungs- und Entwicklungsbudget für Pharma im laufenden und im kommenden Jahr auf rund 15 Prozent des Pharma-Umsatzes an", erklärte Bayer-HealthCare-Chef Arthur Higgins. In den folgenden Jahren solle es zwischen 15 und 17 Prozent liegen.

manager-magazin mit reuters

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