Ukraine Auf IWF-Kredit folgt Geldemission

Einen Tag nach Freigabe von IWF-Krediten will die ukrainische Nationalbank mehr Geld in Umlauf bringen. Ausländische Finanzexperten warnen davor.

Kiew - Einen Tag nach der Zuteilung einer Kreditrate durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) hat der ukrainische Präsident Leonid Kutschma Pläne für die Ausweitung der Geldmenge verkündet. "Ich sehe darin einen möglichen Ausweg aus der Krise", begründete Kutschma am Freitag die vorgesehene Emission von Geld.

Der IWF hatte am Donnerstag eine Kreditrate von 78 Millionen Dollar (rund 123 Millionen Mark) freigegeben. Die Tranche ist Teil eines Hilfsprogramms in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar. Derzeit hält sich zudem eine IWF-Delegation in Kiew auf, mit der Kutschma nach eigenen Angaben seine Pläne erörtern will.

Eine der Bedingungen für die IWF-Hilfe ist eine feste Geldmenge des Kreditempfängers nach monatlichen Vorgaben. Ausländische Finanzexperten in Kiew sehen in der Ankündigung eine Gefahr für die ohnehin instabile Finanzsituation in der Ukraine. Sie sagten, das Vorhaben, dem Finanzministerium neue Kredite der Nationalbank zu überweisen, führe zu einer weiteren Geldentwertung. Im September war infolge der Finanzkrise auch in der Ukraine die Produktivität sowie die Nachfrage nach der Währung Griwna erheblich gesunken. Die Griwna verlor seit dem Spätsommer etwa 50 Prozent an Wert.

Um die Schulden an Rußland für geliefertes Gas zu begleichen, will die Ukraine dem östlichen Nachbarn Agrarprodukte im Wert von einer Milliarde Dollar zukommen lassen. Dies sagte Kutschma am Freitag laut Itar-Tass. In der Vergangenheit hatte Rußland wiederholt gedroht, der rohstoffarmen Ukraine das Gas abzudrehen.

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