Gerresheimer Mühsames Börsendebüt

Die Gerresheimer-Aktionäre erleben einen wechselhaften ersten Börsentag ihres Unternehmens. Nach hoffnungsvollem Start sank der Preis für die Anteilsscheine des Pharmazulieferers deutlich unter ihren Ausgabepreis.

Frankfurt am Main - Die Aktien von Gerresheimer sind an ihrem ersten Börsentag bereits kurz nach dem Start 1,50 Euro unter den Ausgabepreis von 40,00 Euro gerutscht; die Preisbildungsspanne lag bei 37 bis 45 Euro. Der CDax gewann unterdessen 1,15 Prozent auf 695,19 Zähler.

"Vor einer Woche, als der Dax  über die 8000-Punkte-Marke gelugt hat, war die Stimmung besser. Da wären die Aktien bestimmt gut weggegangen", sagten viele Marktteilnehmer. Insgesamt habe der Börsengang aber recht vielversprechend ausgesehen. Es ist der größte in diesem Jahr.

Das Düsseldorfer Unternehmen hatte bis zu 25,3 Millionen Aktien angeboten, 11,4 Millionen aus einer Kapitalerhöhung, 10,6 Millionen aus dem Eigentum des abgebenden Aktionärs sowie weitere 3,3 Millionen Aktien aus einer den Konsortialbanken von dem abgebenden Aktionär eingeräumten Mehrzuteilungsoption.

Der Erlös aus dem Börsengang will der Pharmazulieferer seinen Altaktionären überweisen. Dagegen soll das Geld aus der zeitgleich realisierten Kapitalerhöhung zum Schuldenabbau verwendet werden soll. Vorstandschef Axel Herberg sitzt auf einem Schuldenberg von 860 Millionen Euro, die der Firma im Zuge der Übernahme durch Finanzinvestoren aufgebürdert worden waren.

Das Traditionsunternehmen Gerresheimer war schon einmal im MDax  gelistet und gehörte bis zum Jahr 2000 zur Eon-Vorläuferfirma Viag. Dann stiegen zunächst die Beteiligungsgesellschaft Investcorp und die Bank JP Morgan Chase ein. Sie hatten 15 Euro pro Aktie gezahlt, das Unternehmen im Jahr 2003 von der Börse genommen und im Jahr 2004 an Blackstone weitergereicht. Bei Investcorp arbeitete einige Zeit der aktuelle KarstadtQuelle-Chef Thomas Middelhoff.

Mit dem Großmotorenbauer Tognum steht vor der Sommerpause bereits ein weiterer Kandidat vor dem Sprung auf das Börsenparkett, dem Experten ein Volumen von mehr als zwei Milliarden Euro zutrauen. Auch Tognum war zuvor von Finanzinvestoren übernommen worden und bis dahin unter seinem traditionsreichen Namen MTU etabliert.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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