Eigenhandel WestLB verzockte 240 Millionen Euro

Die WestLB hat sich mit riskanten Wetten auf die Kursentwicklung von VW-Aktien gründlich verspekuliert. Die Zwischenbilanz der Landesbank bringt das Ausmaß der Fehlspekulationen im Eigenhandel ans Licht: Händler der Bank verzockten mehr als 240 Millionen Euro, deutlich mehr als bislang angenommen.

Düsseldorf - Bei der WestLB sind im Zusammenhang mit Fehlspekulationen im Eigenhandel Verluste von mehr als 240 Millionen Euro entstanden. Das Ergebnis des ersten Quartals 2007 sei durch Bewertungsverluste in Höhe von 70 Millionen Euro belastet worden, teilte die Bank am Donnerstag mit. Zu diesen Verlusten hätten Regelverstöße ehemaliger Händler der WestLB beigetragen.

Ende April hatte die Bank den Handel mit Spreads, der auf Kursdifferenzen zwischen Stamm- und Vorzugsaktien beruht, aufgegeben und sich vor allem von ihren VW-Papieren getrennt. Dadurch seien Verluste von 173 Millionen Euro entstanden, die im zweiten Quartal erfasst würden.

Trotz dieser Verluste im Eigenhandel im ersten und zweiten Quartal geht die WestLB davon aus, dass sie im Gesamtjahr ein positives Vorsteuerergebnis erreichen wird.

Nach Bekanntwerden der Fehlspekulationen sei es anderen Marktteilnehmern möglich gewesen, "in großem Umfang gegen die WestLB zu spekulieren", begründete die WestLB die deutlich höher als bisher angekündigt ausgefallenen Verluste.

BaFin ermittelt

Anfang April hatte die Bank zwei Manager im Eigenhandel der Bank mit Aktien fristlos entlassen. Sie sollen die Handelslimits wiederholt überschritten und dem Vernehmen nach Kurse manipuliert haben. Dabei soll es vor allem um VW-Aktien gegangen sein. Sowohl die Finanzaufsicht BaFin als auch die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermitteln.

"Die Ereignisse im Umfeld des Eigenhandels waren ein Rückschlag, den wir zügig aufarbeiten werden", sagte WestLB-Chef Thomas Fischer. Durch die Bewertungsverluste ging das Handelsergebnis im ersten Quartal um 30 Prozent auf 76 Millionen Euro zurück. Zins- und Provisionsüberschuss legten dagegen deutlich zu, wobei der Zinsüberschuss um 14 Prozent auf 256 Millionen Euro stieg und der Provisionsüberschuss um 47 Prozent auf 127 Millionen Euro.

Insgesamt kletterten die Erträge um 15 Prozent auf 518 Millionen Euro, während die Verwaltungsaufwendungen um 33 Prozent auf 418 Millionen Euro sanken. Das Vorsteuerergebnis wuchs dadurch von 49 auf 134 Millionen Euro. Nach Steuern blieb ein Überschuss von 57 Millionen Euro, verglichen mit einem Vorjahresverlust von zwei Millionen Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa