Air Berlin Rote Zahlen zum Jahresauftakt

Der Billigflieger Air Berlin ist mit einem Verlust ins laufende Geschäftsjahr gestartet. Allerdings steigerte Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft ihren Umsatz um mehr als die Hälfte.

Berlin - Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin  ist im ersten Quartal bei steigenden Durchschnittserlösen tiefer in die roten Zahlen geflogen. Der operative Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei mit 60,7 Millionen Euro ähnlich hoch wie im Vorjahr ausgefallen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Nettoverlust erhöhte sich um ein Drittel auf 41,3 Millionen Euro. Mit der dba wäre er vor einem Jahr allerdings noch höher ausgefallen.

Den Umsatz steigerte Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft im ersten Quartal vor allem dank der im September übernommenen dba um mehr zwei Drittel auf 373,1 Millionen Euro. Der Erlös je angebotenem Sitzplatzkilometer erhöhte sich um 4,1 Prozent von 5,54 auf 5,77 Cent. Die Umsatzrendite stieg den Angaben zufolge um 9,5 Prozentpunkte. "Damit ist Air Berlin trotz des in der Luftfahrt traditionell schwachen ersten Quartals auf Kurs geblieben", erklärte Finanzvorstand Ulf Hüttmeyer.

In den ersten drei Monaten eines Jahres fliegen viele Airlines wegen einer geringeren Auslastung ihrer Maschinen als im Sommer häufig Verluste ein. Billigflugkonkurrent Easyjet  machte im Winterhalbjahr ebenfalls einen Verlust. Deutschlands größte Fluggesellschaft Lufthansa  erwirtschaftete von Januar bis März allerdings erstmals seit vier Jahren wieder einen Betriebsgewinn.

Die Quartalsbilanz von Air Berlin sei zum Teil schlechter ausgefallen als erwartet, urteilte der Luftfahrt-Analyst der HVB, Uwe Weinreich. Ein Grund für den unverändert hohen Betriebsverlust seien offenbar höhere Leasingkosten und operative Mehrausgaben. Angesichts des harten Wettbewerbs in der europäischen Luftfahrt müsse Air Berlin noch stärker als bisher daran arbeiten, die Kosten zu senken, erklärte der Experte.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters