IPO Blackstone bringt Gerresheimer wieder an die Börse

Investor Blackstone bringt seinen Pharmazulieferer Gerresheimer am 11. Juni an die Börse zurück. Angestrebter Emissionserlös: Mehr als eine Milliarde Euro. Damit ist der MDax-verdächtige Börsengang der bisher größte des Jahres in Deutschland.

Düsseldorf - Gerresheimer erklärte, Ziel sei der Eintritt in den MDax. Starten wird das Unternehmen im Prime Standard der Frankfurter Wertppaierbörse. Der Erlös aus dem IPO (Initial Public Offering) soll vornehmlich dem Schuldenabbau dienen. Das Unternehmen war 2003 von der Börse genommen worden, in den vergangenen Jahren hat es sich von einem Verpackungshersteller zu einem Spezialglas- und Kunststoffproduzenten für die Pharmabranche entwickelt. Den Börsengang begleiten unter anderem die Banken Credit Suisse  und Morgan Stanley .

Gerresheimer bietet bis zu 22 Millionen Aktien und zusätzlich bis zu 3,3 Millionen Stücke im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption an. Die Preisspanne wurde auf 37 bis 45 Euro festgesetzt, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Das Angebot umfasst bis zu 11,4 Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung sowie bis zu 10,6 Millionen Stücke (plus Mehrzuteilung) aus dem Bestand des alleinigen derzeitigen Gesellschafters, Fonds des US-Finanzinvestors Blackstone. Bei voller Ausübung der Mehrzuteilungsoption ergibt sich ein Streubesitz von 80,6 Prozent. Mit dem angestrebten Erlös von mehr als einer Milliarde Euro bewegt sich Gerresheimer auf dem Niveau des größten Börsengangs in Deutschland im vergangenen Jahr, den der Duft- und Aromenspezialist Symrise  startete.

Finanzverbindlichkeiten von 800 Millionen Euro

Eine Akquisitionsgesellschaft von Private Equity Fonds (PE-Fonds), die von Blackstone beraten werden, hatte Gerresheimer im November 2004 übernommen. Der Kaufpreis blieb geheim.

Rein rechnerisch könnte das Emissionsvolumen knapp 1,14 Milliarden Euro erreichen, gut 510 Millionen sollten dann der Gesellschaft zufließen. Analysten hatten zuvor mit einem Volumen von Insgesamt 900 Millionen Euro gerechnet. Die Dresdner Bank als eine der Konsortialbanken hatte den fairen Wert von Gerresheimer zuletzt bei etwa 1,5 Milliarden Euro gesehen. Auf dem Unternehmen lasten eigenen Angaben zufolge Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 800 Millionen Euro. Diese sollen mit Hilfe des Börsengangs reduziert werden.

Gerresheimer stellt Spezialverpackungen für Medikamente her, etwa Arzneimittelfläschchen, vorfüllbare sterile Spritzen und Inhalatoren. Die Gruppe erzielte eigenen Angaben zufolge im Jahr 2006 einen Umsatz von 893 Millionen Euro, davon entfielen rund 247 Millionen Euro auf den kürzlich erworbenen Kunstoffhersteller Wilden. Das bereinigte Ebitda betrug etwa 151 Millionen Euro. Das Traditionsunternehmen Gerresheimer war im MDax gelistet und gehörte bis zum Jahr 2000 zur Eon-Vorläuferfirma Viag. Dann stiegen zunächst die Beteiligungsgesellschaft Investcorp und die Bank JP Morgan Chase ein. Sie hatten 15 Euro pro Aktie gezahlt und das Unternehmen 2004 an Blackstone verkauft.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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