MLP Ab 500.000 Euro wird der Kunde individuell betreut

Der Finanzdienstleister MLP will verstärkt ins Geschäft mit der Vermögensverwaltung einsteigen. Im Blick hat das Unternehmen dabei auch die Kunden mit kleinerem Geldbeutel. Ihnen bietet MLP das Vermögensmanagement mittels "Bausteinen" an.
Von Rita Syre

Frankfurt am Main - Gleich zu Beginn seiner Präsentation greift MLP-Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg auf Altbewährtes zurück: eine Darstellung des individuellen Vorsorgekonzepts des auf Akademiker spezialisierten Finanzdienstleisters. Sie wurde ihm einst als MLP-Kunde vorgelegt. Danach soll mittels verschiedener Anlageinstrumente wie Aktien und Renten ein so genanntes Familienvermögen und eine Reserve für das Alter aufgebaut werden - das war vor elf Jahren.

Heute als MLP-Chef will Schroeder-Wildberg das Unternehmen von einem Makler hin zu einer ernst zu nehmenden Größe im Vermögensmanagement weiterentwickeln. Auch dabei greift er auf in der Branche Bewährtes zurück: Der Manager sucht nach neuen Wachstumsfeldern. Denn die Expansion im Ausland gestaltet sich schwierig. Im ersten Quartal dieses Jahres kletterte der Verlust der Auslandssparte auf 2,5 Millionen Euro - das ist dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Und das Neugeschäft mit der Vermittlung von Altersvorsorgeprodukten wie Lebensversicherungen fiel in den ersten drei Monaten 2007 um 44 Prozent. Im vergangenen Jahr musste MLP wegen des Mangels an Beratern und des schleppenden Geschäfts bei der Altersvorsorge sogar eine Gewinnwarnung herausgeben.

Jetzt soll das neue Standbein Vermögensverwaltung zum Wachstum beitragen. Bislang steuert die Vermögensverwaltung rund 6 Prozent zum Gesamtumsatz des Konzerns bei, der lag im vergangenen Jahr bei rund 588 Millionen Euro. Bis Ende 2010 soll der Anteil des Vermögensmanagements auf 20 Prozent des Konzernumsatzes steigen, wiederholt Schroeder-Wildberg eine frühere Prognose. Vorgaben, wie viel der Bereich zum Betriebsergebnis beisteuern soll, macht der Manager am Dienstag nicht. Er bekräftigt lediglich, dass der Gewinn vor Steuern im gesamten Konzern Ende dieses Jahres um 30 Prozent auf 110 Millionen Euro gestiegen sein soll.

Beim geplanten Wachstum der Sparte setzt MLP vor allem auf seine rund 700.000 Bestandskunden. Für sie verwalten MLP und der übernommene Bad Homburger Vermögensverwalter Feri derzeit 10,8 Milliarden Euro - Ende 2010 sollen es bereits rund 20 Milliarden Euro sein.

MLP und Feri holen zur Zangenbewegung aus

Der MLP-Chef hofft, dass er mit seinem Konzept gegen die Großen in der Vermögensverwaltung erfolgreich antreten kann. Die Zusammenarbeit von MLP und Feri könne sogar eine "Zangenbewegung" im deutschen Bankenmarkt auslösen, gibt er sich kämpferisch. Denn beide Unternehmen zusammen könnten jetzt das gesamte Kundenspektrum abdecken. Dieses reiche von den so genannten Affluent Clients (Haushaltseinkommen ab 40.000 Euro) bis hin zu den sehr reichen Klienten mit einem Anlagevolumen von mehr als fünf Millionen Euro, erklärt Feri-Manager Heinz-Werner Rapp.

MLP biete nun seinen Kunden Zugang zu Anlageklassen und Anlagelösungen, die bislang nur Großvermögen offen gestanden hätten, lautet die Botschaft. Möglich werden soll dies durch die Zusammenarbeit mit Feri. Durch die Einbeziehung des Vermögensverwalters für sehr betuchte Kunden sei eine "Konfektionierung" bei der Vermögensverwaltung möglich, erläutert Rapp. Nach 13 Jahren Kooperation zwischen den beiden Unternehmen soll jetzt die Feri-Expertise auch MLP-Kunden zur Verfügung stehen.

Im Oktober 2006 hatte MLP knapp 57 Prozent der Anteile an dem Bad Homburger Unternehmen gekauft. Im Oktober dieses Jahres sollen noch die restlichen Anteile der Feri-Partner erworben werden.

Ab einem Anlagevolumen von 10.000 Euro soll der MLP-Kunde künftig ins so genannte "modulare Vermögensmanagement" investieren können. Mittels "Sicherheits- und Chancenbausteinen" soll er je nach Risikofreude und Anlagedauer sein Portfolio aus 15 Anlageklassen wie Aktien, Rentenpapieren, Fonds und alternativen Investments, also Private Equity- oder Hedge Fonds, zusammenstellen. Feri wählt im Hintergrund die jeweils besten Manager aus dem jeweiligen Markt aus.

Ab 500.000 Euro erarbeitet der MLP-Berater zusammen mit den Feri-Spezialisten ein individuelles Konzept für die Vermögensverwaltung eines Kunden. Dann wird auch bei MLP die Vermögensverwaltung "individuell".