Deutsche Post Überraschungserfolg

Mit überraschend hohen Gewinnen ist die Deutsche Post ins Jahr gestartet. Anders als am Markt erwartet lag der Überschuss im ersten Quartal über Vorjahr, und der Zuwachs beim Betriebsergebnis fiel deutlich größer aus als von den Analysten vorhergesagt. Auch beim Umsatz lag der Logistikriese über den Erwartungen.

Bonn - Die Deutsche Post  ist mit steigenden Umsätzen und Gewinnen ins voraussichtlich letzte Jahr ihres Briefmonopols in Deutschland gestartet. Die Erwartungen der Analysten übertraf der Konzern damit teils deutlich.

Der operative Gewinn (Ebit) stieg in den ersten drei Monaten um 8,7 Prozent auf 998 (918) Millionen Euro, wie der Konzern am Dienstag in Bonn mitteilte. Auf die Sprünge half dem Ergebnis aber auch ein einmaliger Effekt: Der Konzern trennte sich von dem Entsorger VfW und nahm dabei einen Ertrag von 59 Millionen Euro in die Bücher. Der Konzerngewinn nach Minderheiten kletterte um vier Prozent auf 499 Millionen Euro.

Der Umsatz legte um 4,4 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro zu. Für das Gesamtjahr strebt der Vorstand weiterhin einen operativen Gewinn (Ebit) vor Einmaleffekten von "mindestens 3,6 Milliarden" Euro an.

Bessere Ergebnisse konnte die Post vor allem in ihrer Express-Sparte einfahren, die in der Vergangenheit von milliardenschweren Verlusten im US-Geschäft belastet worden war. Hier verzeichnete der Konzern im Quartal ein Ebit von 62 Millionen Euro - nach einem Verlust von 58 Millionen Euro im Jahr zuvor.

In den USA, wo der Konzern versucht, den Konkurrenten FedEx  und UPS  die Stirn zu bieten, seien die Sendungsmengen zwar schwach geblieben, räumte die Post ein. Der Produktertrag sei aber verbessert worden. Die größten Ebit-Zuwächse seien damit in den USA und auch in Europa verzeichnet worden. Post-Chef Klaus Zumwinkel hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, im US-Geschäft sei die Wende eingeleitet worden.

Ein Umsatzplus konnte der Konzern in seiner Logistik-Sparte verbuchen, die er mit dem milliardenschweren Zukauf Exel  gestärkt hatte. Hier stieg auch das Ebit deutlich auf 214 (157) Millionen Euro. Auch der Bereich Finanzdienstleistungen mit der Postbank  legte zu.

Im Briefgeschäft fing die Post Umsatzrückgänge im vom zunehmenden Wettbewerb gezeichneten Inlandsgeschäft mit Zuwächsen im Ausland auf. Der Umsatz der Sparte legte auf 3,9 (3,8) Milliarden Euro zu. Der operative Gewinn sank dagegen - denn die Post hatte mit niedrigeren Preisen bei Paketen in Deutschland auf den wachsenden Wettbewerbsdruck reagiert. Das Ebit schrumpfte dadurch auf 618 (693) Millionen Euro.

manager-magazin. de mit Material von reuters und dow jones