EADS Airbus-Krise verhagelt das Ergebnis

Die Krise der Tochter Airbus hat dem Luft- und Raumfahrtkonzern EADS den Start ins Jahr verhagelt. Bei leicht sinkenden Umsätzen brach der Gewinn im ersten Quartal 2007 deutlich ein. Gleichwohl bestätigt der Konzern seine Jahresprognose.

München - Rückstellungen für die Sanierung der Tochter Airbus haben EADS  im ersten Quartal netto rote Zahlen beschert. Der Konzernverlust belaufe sich auf zehn Millionen Euro nach einem Gewinn von 522 Millionen Euro ein Jahr zuvor, teilte der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern am Donnerstag mit.

Wegen der Rückstellungen für die Airbus-Restrukturierungen in Höhe von 688 Millionen Euro ging das operative Ergebnis auf 89 (Vorjahr: 791) Millionen Euro zurück. Bei 115 ausgelieferten Airbus-Flugzeugen blieb der Umsatz im Auftaktquartal mit neun Milliarden Euro nahezu konstant. Auch der Auftragseingang lag mit 10,5 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Damit belief sich der Auftragsbestand per Ende März auf 261,5 Milliarden Euro.

Wie erwartet fiel bei Airbus operativ ein Verlust von 69 Millionen Euro an. Ein Jahr zuvor hatte der Flugzeughersteller noch 684 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Sanierungsprogramm Power8 in Folge der Produktionsschwierigkeiten beim Super-Airbus A380 soll Airbus "durch harte Maßnahmen wieder an die Spitze der Luftfahrtindustrie bringen." In Folge der Krise lief Erzkonkurrent Boeing  Airbus wieder den Rang ab.

Weitere Verluste angekündigt

Weitere Verluste angekündigt

Der Sparplan, der die Streichung von 10.000 Stellen in Europa vorsieht, sei "absolut notwendig", erklärten die EADS-Ko-Chefs Thomas Enders und Louis Gallois. "Wir arbeiten hart daran, das Programm rasch umzusetzen." 2006 waren 399 Millionen Euro erzielt worden.

Airbus werde auch in diesem Jahr "einen erheblichen Verlust verbuchen". Grund seien neben der Sanierung weitere Kosten für das A380-Programm, Aufwendungen für den Programmstart des Langstreckenflugzeuges A350 XWB und die Auswirkungen des höheren Euro-Kurses im Vergleich zum US-Dollar. Airbus-Flugzeuge werden zu Dollar-Preisen angeboten.

Auf die anderen EADS-Geschäftsbereiche erhöhten die beiden EADS-Chefs den Druck. "Unser Hubschrauber-, Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft erzielt solide Ergebnisse. Weitere Verbesserungen sind langfristig aber unumgänglich", sagten sie.

Die Prognose für das Gesamtjahr 2007 bestätigte EADS. Der Konzern rechnet bei einem leichten Umsatzrückgang mit einem Ebit auf dem Vorjahresniveau von 399 Millionen Euro. Airbus bleibe trotz der angepeilten Auslieferung von 440 bis 450 Flugzeugen in den roten Zahlen.

manager-magazin.de mit Material von reuters und afp