Deutsche Telekom 588.000 Kunden im Festnetz verloren

Das schwache Inlandsgeschäft macht der Deutschen Telekom weiter zu schaffen. Zum Start ins Jahr meldete der Konzern trotz leicht höherer Umsätze ein rückläufiges Betriebsergebnis und einen überraschend erheblich gesunkenen Reingewinn.

Bonn - Der Deutschen Telekom  laufen im Festnetz weiter die Kunden davon. Die Zahlen für das erste Quartal zeigten, dass der Konzern weiter unter erheblichem Wettbewerbsdruck stehe, sagte der Vorstandsvorsitzende René Obermann am Donnerstag in Bonn.

Für den Zeitraum von Januar bis März meldete die Telekom trotz leicht höherer Umsätze ein rückläufiges Betriebsergebnis und einen überraschend erheblich gesunkenen Reingewinn. Grund war die Entwicklung der Festnetzsparte, wo die Telekom auch im ersten Quartal wieder zahlreiche Kunden verlor und deutlich weniger verdiente. Der Mobilfunk wies dagegen erneut einen klaren Gewinnzuwachs aus. Für das Gesamtjahr bekräftigte der Konzern seine Finanzziele.

Bis auf den Überschuss lagen die Zahlen im Rahmen der Erwartungen von Analysten. Der Kurs der im Dax notierten Telekom-Aktie gab bis 10.30 Uhr 0,5 Prozent auf 12,59 Euro nach.

Nettogewinn fällt um 58 Prozent

Unter dem Strich wies die Telekom im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein um 58 Prozent niedrigeres Nettoergebnis von 459 Millionen Euro aus. Bereinigt um außerordentliche Faktoren ergaben sich 563 Millionen Euro. Den Umsatz steigerte der Dax-Konzern in den ersten drei Monaten um 4 Prozent auf 15,45 Milliarden Euro.

Im Inland gingen die Erlöse um 5 Prozent zurück, während die Telekom im Ausland erneut um fast 16 Prozent wuchs. Als Schwachstelle erwies sich weiter das Festnetzgeschäft, wo der Außenumsatz um 4 Prozent und das Betriebsergebnis um 18 Prozent schrumpfte. Der Rückgang bei den normalen Telefonleitungen ging beschleunigt weiter. 588.000 Kunden kehrten der Telekom im Startquartal den Rücken.

Auf der anderen Seite kamen im wichtigen Breitbandgeschäft in Deutschland rund 570.000 DSL-Nutzer hinzu, die das Unternehmen selbst gewann. Das Resale-Geschäft, also der Weiterverkauf von DSL-Leitungen der Telekom durch andere Anbieter, habe demgegenüber weiter an Dynamik verloren, teilte der Konzern mit. Hier stieg die Zahl der Anschlüsse in den ersten drei Monaten um 213 000.

Im Mobilfunk, dem deutlich größten Konzernbereich, behielt das US-Geschäft seine Rolle als Wachstumsmotor der Telekom bei. T-Mobile USA gewann im ersten Quartal 980.000 Kunden. Das Geschäftskundensegment, die kleinste der drei Konzernsparten, erzielte aus leicht höheren Erlösen ein wesentlich geringeres Ergebnis.

Mit ihrem Sparprogramm kommt die Telekom eigenen Angaben zufolge voran. Von der dieses Jahr geplanten Kostenreduktion um zwei Milliarden Euro seien bereits 1,1 Milliarden Euro mit Maßnahmen unterlegt, sagte Obermann. Im ersten Quartal habe man Einsparungen von rund 400 Millionen Euro erzielt. Die Hälfte davon entfalle auf die unter Druck stehende Festnetzsparte.

manager-magazin.de mit Material ddp