Konjunktur Hurra Deutschland

Deutschland erlebt den stärksten Aufschwung seit Jahren, und die Unternehmen hierzulande legen weiter kräftig zu: Das verarbeitende Gewerbe hat seinen Umsatzanstieg im März nochmals beschleunigt, die Handels- und Leistungsbilanz der Bundesrepublik weist höhere Überschüsse aus als im Vorjahr. Jetzt steigt der Druck auf die Bundesregierung, die Staatsverschuldung zu stoppen.

Berlin - Eine Spitzenrunde der großen Koalition soll nach einem Zeitungsbericht kurzfristig über die Verwendung der erwarteten zusätzlichen Steuermilliarden entscheiden. Die "Passauer Neue Presse" berichtet, an dem Finanzgipfel sollten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Vizekanzler Franz Müntefering (SPD), Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) und Kanzleramtschef Thomas de Maiziere (CDU) teilnehmen. Das Treffen sei noch vor Verkündung der aktuellen Steuerschätzung am Freitag angesetzt.

Derweil mehren sich die Stimmen, die auf einen schnelleren Haushaltsausgleich drängen. Bundesbank-Chef Axel Weber sagte der "Bild"-Zeitung: "Wir halten einen strukturell ausgeglichenen Staatshaushalt prinzipiell schon 2008 für möglich, spätestens für 2009 geboten".

Die Finanzminister der Euro-Zone hatten sich kürzlich darauf verständigt, ihre Haushalte bis 2010 zu sanieren. Das soll auch für den deutschen Staatshaushalt gelten. Auf einen Zeitpunkt für einen ausgeglichenen Bundeshaushalt aber hat sich Finanzminister Peer Steinbrück bislang öffentlich nicht festgelegt.

Dass die Bundesbürger ihren Staat in den kommenden Jahren erstmals seit 1969 wieder ohne neue und zusätzliche Schulden werden finanzieren können, liegt an der guten wirtschaftlichen Entwicklung hierzulande. Weniger Arbeitslose und höhere Gewinne vieler deutscher Unternehmen führen auch zu höheren Steuereinnahmen des Staates. Zuletzt berichteten die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes von besseren Geschäften als vor Jahresfrist.

Die Firmen der Branche haben ihren Umsatzanstieg im März beschleunigt, berichtet das Statistische Bundesamt. Real ergab sich im vergangenen Monat ein Umsatzzuwachs von arbeitstäglich bereinigt 10,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach plus 7,2 Prozent im Februar. Der Inlandsumsatz stieg um 8,5 Prozent, die Erlöse im Geschäft mit den ausländischen Abnehmern nahmen um 13,4 Prozent zu.

Innerhalb der Wirtschaftszweige des verarbeitenden Gewerbes schnitt der Maschinenbau mit einer Zuwachsrate von 25,1 Prozent im Jahresvergleich am besten ab, gefolgt von der Herstellung von Metallerzeugnissen mit einem Plus von 11,6 Prozent. Den geringsten Zuwachs unter den von der Größe her wichtigsten Wirtschaftszweigen registrierte die Rundfunk- und Nachrichtentechnik mit einer Steigerung um 3,9 Prozent.

Die deutsche Handelsbilanz hat auch deshalb im März einen unerwartet hohen Überschuss verzeichnet. Wie das Statistische Bundesamt errechnete, betrug der Überschuss 18,4 Milliarden Euro und lag damit deutlich über den Erwartungen von Volkswirten. Im März hatte er 14,1 Milliarden Euro betragen.

Nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank schloss zudem die Leistungsbilanz im März 2007 mit einem Überschuss von 17,2 Milliarden Euro ab. Im März des Vorjahres hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 9,5 Milliarden Euro ausgewiesen.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters und vwd

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