Gewinnwarnung "Puma rechnet sich arm"

Puma eilte in den vergangenen Jahren von einem Erfolg zum anderen. Doch nun scheint der Sportartikel- und Lifestyle-Konzern in langsameres Tempo zu verfallen. Für Börsianer ist die Gewinnwarnung dennoch "nicht ganz nachvollziehbar".

Herzogenaurach - Der vom französischen Luxusgüterkonzern Pinault-Printemps-Redoute (PPR)  umworbene Sportartikelhersteller Puma  hat nach dem ersten Quartal seine Erwartungen für das Gesamtjahr gesenkt. "Aufgrund der Auftragssituation Ende März erwartet das Management für das Geschäftsjahr 2007 nun ein Umsatz- und Ergebniswachstum im unteren einstelligen Bereich", teilte der im MDax  notierte Konzern am Montag in Herzogenaurach mit. Zuvor hatte Puma ein Umsatzzuwachs im mittleren bis höheren einstelligen Bereich in Aussicht gestellt.

Noch deutlicher nahm das Unternehmen seine Ergebnisprognose zurück. Es soll nunmehr ebenfalls im unteren einstelligen Bereich zulegen. Zuvor war der Sportartikelhersteller von einem Ergebniswachstum "um mindestens 10 Prozent" ausgegangen.

Im Jahr 2006 hatte Puma einen Umsatz von 2,37 Milliarden Euro erlöst. Das Ergebnis nach Steuern und Minderheitsanteilen hatte im Vorjahr 263 Millionen Euro betragen. Die Umsatz- und Gewinnwarnung sei mit der derzeitigen schwachen Entwicklung der Auftragsbestände begründet, hieß es. Der Auftragsbestand gilt als wichtiger Indikator für die künftige Umsatzentwicklung. Ende des ersten Quartals lag der bei 1,063 Milliarden Euro, was gegenüber dem Vorjahr einem währungsbereinigten Zuwachs von 1,4 Prozent entspricht.

Hauptursache für den Rückgang ist die schwache Lage in den USA. Dort gingen die Auftragsbestände per Ende März um 17,6 Prozent zurück. Grund sind Probleme mit einem Großkunden. Auch in den Einkaufszentren in den USA ist die Nachfrage nach Puma-Produkten verhalten.

Der französische Luxusgüterkonzern PPR, der bereits mit 27 Prozent an Puma beteiligt ist, will das Unternehmen ganz übernehmen. PPR bietet 330 Euro je Aktie.

"Warnung schwer nachvollziehbar"

"Nicht ganz nachvollziehbar"

"Die Gewinnwarnung ist nicht ganz nachvollziehbar, da der Auftragsbestand besser als erwartet ausgefallen ist", sagte ein Börsianer am Morgen in einer ersten Reaktion. Durch das Übernahmeangebot von PPR von 330 Euro seien die Titel aber nach unten abgesichert.

Dem schlossen sich andere Marktteilnehmer an. "Es sieht auf den ersten Blick so aus, als ob sich Puma ein wenig 'arm' rechnen würde, weil sonst das Angebot über 330 Euro nicht angenommen wird", sagte ein Börsianer. PPR würde wohl keine Stücke mehr bekommen, wenn die Aktie dank guter Zahlen kräftig steigen würde, merkte er an. Am Anfang des Jahres sei das Unternehmen traditionell konservativ, allerdings laufe das Geschäft in den USA "wirklich schlecht".

Zeitz: "Auftragsbestände im Minus"

In einer Telefonkonferenz ist Puma Spekulationen entgegengetreten, dass die Umsatz- und Ergebniswarnung ausgegeben wurde, um die Akzeptanz eines Übernahmeangebotes des französischen Luxusgüterkonzerns PPR zu erhöhen. Auftragsbestände, die eine Indikation auf die Umsatzentwicklung im zweiten und dritten Quartal gegeben hätten, hätten im Februar bei der Bilanzvorlage noch nicht vorgelegen, sagte Vorstandsvorsitzender Jochen Zeitz. Er erwarte eine schwache Umsatzentwicklung im laufenden zweiten und im kommenden dritten Quartal erwartet.

"Die Auftragsbestände für das zweite Quartal liegen im Minus, für das dritte Quartal im Plus, aber nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich", ergänzte Zeitz. Das dritte Quartal ist saisonal das stärkste des Sportartikelherstellers.

Zeitz wollte weder bestätigen noch dementieren, dass es sich bei einem zögerlichen Großkunden in den USA um die Sportartikelhandelskette Foot Locker handelt. "Wenn sie das so schreiben, werde ich das schweigend zur Kenntnis nehmen", sagte Zeitz lediglich.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, vwd, reuters und dow jones

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