Deutsche Börse Rekordumsatz in unsicherem Markt

Die Deutsche Börse hat ein Rekordquartal hinter sich. Dank der starken Marktschwankungen legten Umsatz und Gewinn um je 17 Prozent zu. Dennoch sind die Aktionäre mit dem Zahlenwerk nicht ganz zufrieden.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Börse  ist äußerst erfolgreich in das Jahr 2007 gestartet und hat das bisher stärkste Quartal in ihrer Unternehmensgeschichte gemeldet. Der sehr allgemeine Ausblick auf das Gesamtjahr über einen weiteren Anstieg bei Umsatz und Ergebnis wurde bestätigt.

Überraschend stark fiel der Umsatz der Unternehmensgruppe aus, der um rund 17 Prozent auf 543,1 Millionen Euro wuchs, wie der Frankfurter Marktbetreiber am Donnerstagabend nach Börsenschluss mitteilte. Hinzu kamen Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft (NII) in Höhe von 46,1 Millionen Euro. Damit übertraf die Deutsche Börse die Erwartungen der Analysten.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) stieg trotz außergewöhnlicher Kosten um ebenfalls 17 Prozent auf 300,4 Millionen Euro und lag damit im Rahmen der Erwartungen. Die Abfindungszahlen an die beiden ausgeschiedenen Vorstände Mathias Hlubek und Matthias Ganz sowie für die Entwicklung und Umsetzung der neuen Führungsstruktur hätten insgesamt 18 Millionen Euro betragen. Den Rückstellungen für das Aktienoptionsprogramm wurden zudem 33 Millionen Euro zugeführt. Das Nettoergebnis lag mit 192,3 (Vorjahr: 162) Millionen Euro leicht unter den Prognosen.

Handelsaktivität beschert Xetra hohes Umsatzplus

Es waren in erster Linie die gestiegene Handelsaktivität und das Wachstum der Geschäftsvolumina, die zu dem starken Quartal beigetragen hatten. "Die Deutsche Börse hat von der gestiegenen Volatilität an den weltweiten Märkten und von strukturellem Wachstum profitiert", urteilte Analyst Konrad Becker von Merck Finck & Co.

Das Kassamarkt-Segment Xetra verzeichnete den größten Umsatz-Zuwachs: Die Erlöse stiegen um 33 Prozent auf 111 Millionen Euro. An der Eurex nahm die Zahl der gehandelten Kontrakte um 25 Prozent zu und bescherte der Derivate-Börsen-Tochter ein Umsatzplus von 20 Prozent auf 178,3 Millionen Euro. Absolut gesehen trug erneut der Luxemburger Wertpapierabwickler Clearstream am stärksten zum Umsatz bei: Die Erlöse stiegen um 6 Prozent - ohne NII - auf 186,9 Millionen Euro.

Die Aktie verlor trotz der guten Zahlen am Freitagmorgen 0,6 Prozent auf 166,10 Euro. Das Zahlenwerk zum ersten Quartal sei zwar gut, aber nicht überraschend ausgefallen, sagte ein Händler. Dabei verwies er auf die Daten über die monatlichen Handelsvolumina, die die Deutsche Börse regelmäßig veröffentlicht. Im Fokus stehe nun vor allem, ob die Übernahme der US-Optionsbörse International Securities Exchange (ISE)  ohne Gegengebot über die Bühne gehen werde.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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