Münchener Rück Kyrill verweht Bilanz

Die Münchener Rück hat sich neue Ziele gesetzt: Bis 2010 solle der Gewinn je Aktie im Schnitt um mehr als 10 Prozent klettern. Im ersten Quartal verdiente der Rückversicherer ähnlich viel wie vor Jahresfrist, obwohl der Sturm Kyrill deutliche Spuren in der Bilanz hinterließ.

München - Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer Münchener Rück  hat im ersten Quartal einen geringeren Gewinnrückgang verbucht als erwartet. Das operative Ergebnis sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 1,47 auf 1,32 Milliarden Euro, wie das im Dax  notierte Unternehmen am Freitag mitteilte.

Der Konzernüberschuss stieg hingegen leicht von 979 auf 982 Millionen Euro. Dabei glich ein stark gestiegenes Kapitalanlageergebnis die Belastung von 450 Millionen Euro vor Steuern durch den Sturm Kyrill aus, der im Januar schwere Schäden in Deutschland hinterlassen hatte.

Bis zum Jahr 2010 soll der Gewinn je Aktie um 10 Prozent pro Jahr steigen. Das Unternehmen hat den Rückkauf von Aktien im Wert von zwei Milliarden Euro beschlossen und plant weitere Rückkäufe bis zum Jahr 2010 im Wert von drei Milliarden Euro. Für das Jahr 2007 hob der Konzern das Gewinnziel von 2,8 bis 3,2 auf 3,0 bis 3,2 Milliarden Euro an.

Die Schaden-Kosten-Quote in der Rückversicherung (Schaden/Unfall) stieg infolge Kyrill von 91,6 auf 101,8 Prozent. Im Erstversicherungsgeschäft (Schaden/Unfall) legte sie von 96,1 Prozent auf 101,2 Prozent zu. Die Bruttoprämien sanken entgegen der Prognose um 0,2 Prozent auf 10,020 Milliarden Euro. Die verdienten Nettoprämien gingen um 0,9 Prozent auf 8,794 Milliarden Euro zurück. Branchenexperten waren im Schnitt von einem Zuwachs auf 8,922 Milliarden Euro ausgegangen.

Das Kapitalanlageergebnis stieg infolge von Immobilien- und Aktienverkäufen um 48,5 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro und übertraf damit deutlich die Analystenschätzung von 2,271 Milliarden Euro. Das Eigenkapital erhöhte sich seit Jahresbeginn um 0,1 Prozent auf 26,5 Milliarden Euro.

Für 2007 rechnet das Unternehmen weiterhin mit einer Schaden-Kosten-Quote in der Rückversicherung von unter 97 Prozent und im Erstversicherungsgeschäft von unter 95 Prozent. Die Beiträge sollen in der Rückversicherung zwischen 21,0 und 21,5 Milliarden Euro liegen, in der Erstversicherung zwischen 17,0 und 17,5 Milliarden Euro. Die Rendite auf das risikoadjustierte Eigenkapital soll mindestens 15 Prozent betragen.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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