GM Gewinn schmilzt auf ein Zehntel

Trotz erster Erfolge bei der Sanierung seiner US-Autosparte brach bei General Motors zu Jahresanfang der Gewinn ein. Die fallenden Preise auf dem US-Häusermarkt brockten der auch am Hypothekenmarkt aktiven Finanzsparte hohe Verluste ein.

Detroit/Rüsselsheim- Auch in Europa musste GM  einen Gewinnrückgang verkraften, obwohl der Konzern hier im ersten Vierteljahr einen Absatzrekord erzielte. Vor allem die Verkäufe an Wachstumsmärkten wie Russland seien außerordentlich stark gewesen, sagte GM-Chef Rick Wagoner.

Im ersten Quartal verbuchte der angeschlagene US-Autobauer nach Angaben vom Donnerstag ein Nettoergebnis von 62 Millionen Dollar. Vor einem Jahr hatte GM noch 602 Millionen Dollar verdient - allerdings blähte damals der Verkauf eines Anteils an Suzuki Motor  den Gewinn auf.

GM war jahrzehntelang der weltgrößte Autobauer, wurde jedoch am Jahresanfang beim Absatz vom japanischen Erzrivalen Toyota  überholt.

Sanierung zeigt erste Erfolge

GM steckt mitten in einer radikalen Sanierung, der in Nordamerika zwölf Werke und mehr als 34.000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen. So sollen rasch wieder schwarze Zahlen geschrieben werden. Im Gesamtjahr 2006 stand ein Minus von zwei Milliarden Dollar in den Büchern, 2005 belief sich der Verlust sogar auf über zehn Milliarden Dollar.

Die Auto-Sanierung trägt jedoch Früchte: In seinem weltweiten Autogeschäft verbuchte GM im ersten Quartal bereinigt einen Gewinn von 304 Millionen Dollar nach lediglich 40 Millionen Dollar vor einem Jahr. Hier erwartet der Konzern in diesem Jahr eine weitere kontinuierliche Verbesserung.

In Nordamerika konnte GM seinen Verlust dank großer Einsparungen deutlich reduzieren. Im Gegensatz zu den USA hatte GM in Europa schon viel früher mit der Sanierung begonnen und den Abbau von 12.000 Stellen - den Großteil davon in Deutschland - bereits vergangenes Jahr fast komplett abgeschlossen.

Astra-Abschiedsdemo

Astra-Abschiedsdemo

Am Donnerstag legten jedoch Opel-Mitarbeiter europaweit aus Protest gegen das geplante Produktionsende des Opel Astra im belgischen Werk Antwerpen die Arbeit nieder. Allein in Rüsselsheim versammelten sich am Mittag mehrere tausend Beschäftigte zu einer Kundgebung vor dem Werkstor. Die Gewerkschaften fordern von GM einen Verzicht auf die Kürzungen in Antwerpen und auf weiteren Stellenabbau. GM solle eine Standortgarantie für alle europäischen Werke bis 2016 geben.

Seinen Konzernumsatz bezifferte GM auf 43,9 Milliarden Dollar nach 52,4 Milliarden Dollar vor einem Jahr. Der Rückgang geht vor allem darauf zurück, dass die Finanzsparte GMAC anders als vor einem Jahr nicht mehr zum konsolidierten GM-Umsatz beiträgt. GM verkaufte Ende vergangenen Jahres die GMAC-Mehrheit für 14 Milliarden Dollar an Finanzinvestoren. Da GM jedoch weiter 49 Prozent an GMAC hält, schlägt ein Verlust von mehr als 300 Millionen Dollar bei der Finanzsparte anteilig auch auf die Zahlen von GM durch.

In Europa hat GM nur dank eines drastischen Sparkurses Gewinn gemacht. Das Europa-Geschäft, bei dem die Marke Opel 80 Prozent ausmacht, erzielte einen Nettogewinn nach Steuern von 42 Millionen Dollar (30,8 Millionen Euro) - das war mehr als ein Drittel weniger als vor einem Jahr, wie GM am Donnerstag in Detroit mitteilte. Grund für den Rückgang seien ein ungünstiger Produktmix und hohe Materialkosten. Der Verkauf in Europa stieg dank der Nachfrage in Russland auf den Rekord von 554.000 Autos.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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