Aktie zieht an Metro überzeugt die Märkte

Trotz Mehrwertsteuer-Erhöhung hat der größte deutsche Handelskonzern im ersten Quartal seine Umsätze deutlich gesteigert. Auch wenn Integrationskosten für die Wal-Mart-Märkte auf dem Gewinn lasten, zeigen sich Analysten von den Zahlen positiv überrascht.

Düsseldorf - Der Handelsriese Metro  hat trotz der Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland den Umsatz im ersten Quartal deutlich gesteigert und die Erwartungen von Experten damit übertroffen. Der operative Gewinn wurde indes durch die Kosten der Integration der Zukäufe für die Supermarktkette Real belastet. Die Aktie von Metro  zählte gegen Mittag zu den wenigen Gewinnern im Dax  und gewann rund 0,90 Prozent auf 57,63 Euro.

Metro hat seinen Ausblick bestätigt. Der Konzern erwartet für 2007 einen Umsatzanstieg von 8 bis 9 Prozent und eine Steigerung des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 6 bis 8 Prozent.

Der Umsatz sei von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahr um 12,1 Prozent auf 14,9 Milliarden Euro geklettert, teilte Metro mit. Bereinigt um Zukäufe legte der Umsatz um 7,8 Prozent zu. Auch in Deutschland stiegen die Erlöse.

Das Ebit sank zum Vorjahr auf 123 (138) Millionen Euro. Darin enthalten sind aber Integrationskosten von 15 Millionen Euro für die im Vorjahr übernommenen deutschen Wal-Mart-Märkte. Unter dem Strich verbleibt den Anteilseignern ein Verlust aus dem fortgeführten Geschäft von neun Millionen Euro.

Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Umsatz von 14,7 Milliarden Euro, einem Ebit von 121 Millionen Euro und einem Nettoverlust von acht Millionen Euro gerechnet.

Analysten sprechen von überraschend guten Zahlen

Analysten reagierten am Donnerstag positiv auf die Zahlen. Jürgen Elfers von der Commerzbank sprach von einer "positiven Überraschung". Umsatz und Gewinn lägen über den Markterwartungen. "Die Zahlen sind sehr gut", erklärte auch Jaime Vazquez, Analyst bei JP Morgan in London. Er hob das organische Wachstum hervor. Vor allem die Elektronikfachmarkt-Sparte Media Markt Saturn und die Einzelhandelssparte Real überzeugten Vazquez, der die Aktie zum Kauf empfiehlt bei einem Kursziel 62 Euro.

Real war viele Jahre das Sorgenkind des in Düsseldorf ansässigen Konzerns. Nach einem Fleischskandal im Jahre 2005 gingen vor allem in Deutschland die Umsätze über viele Quartale zurück. Erst Ende 2006 gelang Real der operative Breakeven. Im ersten Quartal 2007 konnte Real mit einem flächenbereinigten Wachstum von 1,1 Prozent in Deutschland aufwarten. Durch die Zukäufe fiel der berichtete Umsatz mit drei Milliarden Euro sogar um 29 Prozent höher aus.

Real-Märkte können wieder punkten

Die Performance von Real im deutschen Heimatmarkt nannte auch Volker Bosse, Analyst bei der HypoVereinsbank, eine positive Überraschung. Bosse empfiehlt die Aktie mit einem Kursziel von 64 Euro zum Kauf. Er sieht "erste Anzeichen für eine Verbesserung der Lage bei Real." Auch die Analysten von ABN Amro, die Metro mit "Kaufen" bei einem Kursziel von 62 Euro einstufen, hatten höhere Verluste im Lebensmitteleinzelhandel auf der Rechnung.

Auch die Unterhaltungselektronikmärkte Media Markt und Saturn wussten die Analysten zu überzeugen. Das Umsatzplus von 17,1 Prozent auf vier Milliarden Euro markierte die höchste Zuwachsrate seit zehn Quartalen. Ebenso flächenbereinigt verzeichneten Media Markt und Saturn mit 6,4 Prozent Plus das deutlichste Wachstum aller Vertriebslinien. In Deutschland legten die Elektronikfachmärkte beim Umsatz um 3,3 Prozent zu und erwies sich als ein Wachstumstreiber des Inlandsgeschäftes.

manager-magazin.de mit Nachrichtenagenturen

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